Welche Rolle spielt Fluorid in der Zahnpasta?

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Fluorid gilt in der Zahnmedizin als einer der wichtigsten Wirkstoffe zur Vorbeugung von Karies. Seine Rolle in der Zahnpasta lässt sich in drei Hauptfunktionen unterteilen:

1. Remineralisierung des Zahnschmelzes

Unser Zahnschmelz (die harte äußere Schicht des Zahns) befindet sich in einem ständigen Prozess von Abbau und Aufbau. Wenn wir essen, lösen Säuren (die von Bakterien aus Zucker produziert werden) Mineralien wie Calcium und Phosphat aus dem Schmelz.

  • Die Rolle von Fluorid: Es wirkt wie ein Katalysator. Es hilft dabei, die gelösten Mineralien schneller wieder in den Zahnschmelz einzubauen. Dieser Vorgang wird Remineralisierung genannt.

2. Härtung des Zahnschmelzes (Säureresistenz)

Fluorid wird nicht nur einfach eingelagert, sondern chemisch in die Struktur des Zahnschmelzes eingebaut.

  • Der Prozess: Der natürliche Zahnschmelz besteht aus Hydroxylapatit. Wenn Fluorid hinzukommt, entsteht Fluorapatit.
  • Der Vorteil: Fluorapatit ist wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Säuren. Das bedeutet, der Zahn löst sich bei der nächsten Mahlzeit nicht so leicht auf; die „Angriffsschwelle“ für Karies wird erhöht.

3. Hemmung des Bakterienwachstums

Fluorid hat auch eine direkte Wirkung auf die Bakterien in der Plaque (Zahnbelag).

  • Die Wirkung: Es dringt in die Bakterienzellen ein und stört deren Stoffwechsel. Dadurch können die Bakterien weniger Zucker verwerten und produzieren folglich weniger schädliche Säuren, die den Zahn angreifen könnten.

4. Bildung eines Schutzdepots

Beim Zähneputzen bildet sich auf der Zahnoberfläche eine dünne Schicht aus Calciumfluorid. Dieses dient als eine Art „Säurepuffer“. Wenn Säuren im Mund entstehen, wird zuerst diese Schicht angegriffen und das Fluorid freigesetzt, um sofort wieder den Zahnschmelz zu schützen.


Wichtige Hinweise zur Dosierung:

Trotz der positiven Wirkung ist die richtige Menge entscheidend, besonders bei Kindern:

  • Erwachsene: Empfohlen wird in der Regel eine Zahnpasta mit einem Fluoridgehalt von ca. 1.450 ppm (parts per million).
  • Kinder: Da bei kleinen Kindern die Gefahr besteht, dass sie zu viel Zahnpasta verschlucken, gibt es spezielle Kinderzahnpasten mit geringerem Gehalt (z. B. 1.000 ppm in kleinerer Menge). Zu viel Fluorid während der Zahnbildung kann zu Fluorose (weiße Flecken auf den Zähnen) führen.
  • Fluorid vs. Fluor: Wichtig ist die Unterscheidung: In Zahnpasta stecken Fluoride (Spurenelemente/Salze), die in der richtigen Dosierung gesundheitlich unbedenklich sind, und nicht das giftige Gas Fluor.

Zusammenfassend: Fluorid macht den Zahn härter, repariert kleine Schäden im Schmelz und bremst die säureproduzierenden Bakterien aus. Es ist der Hauptgrund, warum Karies in den letzten Jahrzehnten in Industrieländern stark zurückgegangen ist.

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