Welche Rolle spielt die Rutschfestigkeit (SRA/SRB/SRC) bei S3-Stiefeln?
Die Rutschfestigkeit ist eines der wichtigsten Sicherheitsmerkmale von Arbeitsschuhen, da Stürze und Ausrutschen zu den häufigsten Unfallursachen am Arbeitsplatz gehören. Bei S3-Stiefeln, die meist in anspruchsvollen Umgebungen (Bau, Industrie, Handwerk) eingesetzt werden, spielt die Bodenhaftung eine entscheidende Rolle.
Hier ist die genaue Erklärung der Kategorien und deren Bedeutung im Kontext der S3-Klassifizierung:
1. Die klassischen Kategorien (nach alter Norm EN ISO 20345:2011)
Bis vor kurzem wurde die Rutschhemmung in drei Stufen unterteilt, die du auf fast allen aktuell im Umlauf befindlichen S3-Stiefeln findest:
- SRA (Ceramic + SLS): Der Schuh wurde auf Keramikfliesen getestet, die mit einer Reinigungsmittellösung (Natriumlaurylsulfat) benetzt waren.
- SRB (Steel + Glycerol): Der Schuh wurde auf einem Stahlboden mit Glycerin (Öl) getestet.
- SRC (SRA + SRB): Dies ist die höchste Stufe. Ein Schuh mit SRC-Kennzeichnung hat beide Tests bestanden. Er bietet also sowohl auf nassen Keramikfliesen als auch auf öligen Stahlböden die bestmögliche Rutschhemmung.
2. Die Rolle bei S3-Stiefeln
S3-Stiefel sind per Definition für den Außenbereich und für schwere Arbeiten konzipiert (sie sind wasserabweisend, haben eine Zehenschutzkappe und eine durchtrittsichere Sohle).
- Einsatzgebiete: Da S3-Stiefel oft auf Baustellen, in Werkstätten oder in der Industrie getragen werden, treffen die Träger auf verschiedenste Untergründe: Matsch, nasser Beton, Metallgitter oder ölige Böden.
- Sicherheit: Ein S3-Stiefel ohne ausreichende Rutschhemmung wäre in diesen Bereichen lebensgefährlich. Daher ist SRC bei hochwertigen S3-Stiefeln mittlerweile der Standard. Es garantiert, dass das Profil der Sohle so beschaffen ist, dass Flüssigkeiten verdrängt werden (ähnlich wie beim Aquaplaning-Schutz von Autoreifen).
3. Wichtige Neuerung: Die neue Norm (EN ISO 20345:2022)
Seit 2022 gibt es eine neue Fassung der Norm, die die Bezeichnungen SRA, SRB und SRC schrittweise ablöst. Das ist wichtig für dich, wenn du neue Stiefel kaufst:
- Grundanforderung (kein extra Kürzel): Die Rutschhemmung auf Keramikfliesen mit Reinigungsmittel (früher SRA) ist jetzt Pflicht für jeden Sicherheitsschuh. Er trägt dafür kein extra Siegel mehr.
- Zusatzangabe „SR“: Wenn der Schuh zusätzlich auf Keramikfliesen mit Glycerin (ähnlich wie das alte SRB/SRC) getestet wurde, erhält er das Kürzel SR (Slip Resistance).
- Kennzeichnung „Ø“: Erfüllt ein Schuh den Test nicht (z. B. weil er für spezielle Zwecke wie weichen Waldboden Spikes hat), wird er mit einem Durchstreich-Symbol markiert.
Zusammenfassung: Worauf solltest du achten?
Wenn du heute S3-Stiefel kaufst:
- Achte auf SRC (alte Norm) oder SR (neue Norm): Das bietet dir den umfassendsten Schutz auf fast allen Oberflächen.
- Sohlenprofil: Für S3-Bereiche (Outdoor/Bau) sollte die Sohle zudem eine Profiltiefe von mindestens 4 mm und eine ausgeprägte Absatzfront haben, um auch auf Leitern oder in Schlamm Halt zu finden.
- Untergrund-Check: Wenn du ausschließlich in einer Autowerkstatt arbeitest (viel Öl), ist die Beständigkeit gegen Kraftstoffe und die SR/SRC-Kennung wichtiger als wenn du nur im Lager auf trockenem Estrich läufst.
Fazit: Die Rutschfestigkeit macht den S3-Stiefel erst zu einem echten Allrounder. Ein S3-Stiefel kann noch so stabil sein – wenn er auf einem öligen Metallboden wegrutscht, ist die Schutzwirkung der restlichen Komponenten (Kappe, Durchtrittschutz) hinfällig.