Welche Rolle spielt die Objektifizierung von Frauen in vielen klassischen Männermagazinen?

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Die Objektifizierung von Frauen spielte und spielt in vielen klassischen Männermagazinen (wie etwa Playboy, FHM, Maxim oder GQ in ihrer früheren Ausrichtung) eine zentrale, oft strukturgebende Rolle. Dabei geht es nicht nur um die bloße Darstellung von Nacktheit, sondern um eine tiefgreifende Art der Repräsentation, die Frauen auf ihren Nutzwert für den männlichen Betrachter reduziert.

Hier sind die wichtigsten Aspekte, wie diese Objektifizierung funktioniert und welche Rollen sie einnimmt:

1. Der „Male Gaze“ (Der männliche Blick)

Das Konzept des Male Gaze, geprägt von der Filmtheoretikerin Laura Mulvey, beschreibt eine Perspektive, die die Welt und Frauen aus der Sicht eines heterosexuellen Mannes betrachtet. In Männermagazinen ist dieser Blick institutionalisiert:

  • Frauen als Dekoration: Frauen werden oft als passive Objekte dargestellt, die den Hintergrund für Lifestyle-Produkte (Autos, Uhren, Anzüge) bilden oder als „Beute“ inszeniert werden.
  • Visuelle Fragmentierung: Häufig werden Körperteile (Brüste, Po, Beine) durch die Kameraführung isoliert. Die Frau wird so nicht als ganzer Mensch mit Persönlichkeit wahrgenommen, sondern als eine Ansammlung von attraktiven Einzelteilen.

2. Reduktion auf sexuelle Verfügbarkeit

In vielen klassischen Formaten der 1990er und 2000er Jahre (der sogenannten „Lad Culture“) wurden Frauen primär über ihre sexuelle Attraktivität definiert.

  • Einseitige Rollenbilder: Die Frau erscheint oft in zwei Extremen: Entweder als die „unschuldige Verfügbare“ oder als die „geheimnisvolle Verführerin“. Komplexe Identitäten, berufliche Erfolge oder intellektuelle Tiefe von Frauen spielten in diesen Magazinen lange Zeit kaum eine Rolle, es sei denn, sie dienten als Aufhänger für ein Erotik-Shooting.
  • Sprachliche Ebene: Artikel und Bildunterschriften nutzten oft eine Sprache, die Frauen bewertet, kategorisiert („Die heißesten Frauen der Welt“) und als Trophäen darstellt.

3. Kommodifizierung (Vermarktlichung)

Objektifizierung dient in diesem Kontext einem wirtschaftlichen Zweck. Der weibliche Körper wird zur Ware:

  • Verkaufsargument: „Sex sells“ war das Credo. Das Bild der Frau diente als Lockmittel, um Abonnements zu verkaufen oder Werbung für Luxusgüter zu platzieren.
  • Besitzanspruch: Die Ästhetik der Magazine suggerierte oft, dass die dargestellte Lebenswelt (inklusive der attraktiven Frauen) für den erfolgreichen Mann käuflich oder erreichbar sei.

4. Psychologische und gesellschaftliche Folgen

Die ständige Objektifizierung in solchen Massenmedien hat Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima:

  • Normalisierung von Sexismus: Wenn Frauen konsistent als Objekte dargestellt werden, sinkt die Hemmschwelle für alltäglichen Sexismus und Belästigung, da die menschliche Subjektivität der Frau in den Hintergrund tritt.
  • Selbstobjektifizierung: Frauen, die mit diesen Bildern aufwachsen, neigen eher dazu, ihren eigenen Körper durch die Augen anderer zu bewerten („Wie sehe ich aus?“) statt durch ihr eigenes Empfinden („Wie fühle ich mich?“).
  • Verzerrte Männlichkeitsbilder: Männern wird vermittelt, dass ihr Wert als Mann unter anderem davon abhängt, Frauen zu „besitzen“ oder Zugang zu hochattraktiven Frauen zu haben.

5. Der Wandel in der Gegenwart

In den letzten Jahren hat sich die Rolle der Objektifizierung teilweise gewandelt:

  • Niedergang klassischer Titel: Viele „Lads' Mags“ (wie FHM) wurden eingestellt, da das Internet Erotik kostenlos und im Überfluss bietet und sich gesellschaftliche Werte (u.a. durch die #MeToo-Bewegung) verschoben haben.
  • Neuausrichtung: Magazine wie die GQ oder der Playboy versuchen heute oft, progressiver zu wirken, indem sie Frauen mehr Raum für Interviews geben, Diversität zeigen oder den Fokus auf Mode und Politik legen. Dennoch bleibt die visuelle Attraktivität von Frauen oft das tragende ästhetische Element.

Fazit: In klassischen Männermagazinen war die Objektifizierung von Frauen das zentrale Distinktionsmerkmal. Sie diente dazu, einen exklusiv männlichen Raum zu schaffen, in dem Frauen nicht als gleichberechtigte Subjekte, sondern als visuelle Konsumgüter und Symbole für männlichen Erfolg fungierten.

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