Welche rassistischen Konnotationen werden mit der historischen Namensgebung des Gebäcks „Amerikaner“ in Verbindung gebracht?

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Die Diskussion um die Namensgebung des Gebäcks „Amerikaner“ ist vielschichtig. Anders als bei Bezeichnungen wie „Mohrenkopf“ oder „Zigeunerschnitzel“, die eindeutig rassistische Ursprünge oder abwertende Bezeichnungen enthalten, ist die Etymologie des „Amerikaners“ nicht eindeutig geklärt. Dennoch gibt es im historischen Kontext und in der Verknüpfung mit anderen Bezeichnungen rassistische Konnotationen bzw. problematische Aspekte:

1. Der Zusammenhang mit dem „Afrikaner“

Die problematischste Konnotation ergibt sich aus der begrifflichen Gegenüberstellung. In vielen Bäckereien war (und ist vereinzelt) die Variante mit weißem Zuckerguss als „Amerikaner“ bekannt, während das mit Schokolade überzogene Gebäck als „Afrikaner“ bezeichnet wurde.

  • Die Konnotation: Diese Zweiteilung spiegelt eine koloniale Denkweise wider, die Menschen rein über ihre Hautfarbe definiert und diese auf Lebensmittel projiziert. Die Schokoladenseite wird mit „Afrika“ gleichgesetzt, die weiße Seite mit „Amerika“ (wobei „Amerika“ hier rein weiß gelesen wird). Dies reproduziert rassistische Stereotype und die Exotisierung von Kontinenten.

2. Die Theorie der sprachlichen Verschleifung (Ammoniakaner)

Die sprachwissenschaftlich wahrscheinlichste Theorie besagt, dass der Name gar nichts mit den USA zu tun hat, sondern eine Verballhornung von „Ammoniakaner“ ist.

  • Das Gebäck wird mit Ammoniumhydrogencarbonat (Hirschhornsalz) als Triebmittel gebacken.
  • Aus „Ammoniak-Plätzchen“ wurde im Volksmund „Ammoniakaner“ und schließlich „Amerikaner“.
  • Der rassistische Aspekt: Kritiker merken an, dass selbst wenn der Ursprung technisch war, die spätere Umbenennung oder Akzeptanz des Namens „Amerikaner“ (in Abgrenzung zum dunklen „Afrikaner“) in einem gesellschaftlichen Klima stattfand, das von kolonialen Vorstellungen geprägt war.

3. Verbindung zur Zeit des Nationalsozialismus

Es gibt Berichte, wonach der Begriff „Amerikaner“ während der Zeit des Nationalsozialismus (insbesondere nach dem Kriegseintritt der USA) problematisch war.

  • Mancherorts soll versucht worden sein, das Gebäck umzubenennen (z. B. in „Ammonplätzchen“), um den Bezug zum „Feindstaat“ USA zu vermeiden.
  • Nach 1945 wurde der Name dann oft mit den US-Soldaten (GIs) assoziiert, was zu der (historisch eher unwahrscheinlichen) Legende führte, die Amerikaner hätten das Gebäck (ähnlich dem „Black and White Cookie“) mitgebracht.

4. Symbolik der Trennung („Segregation“)

In kulturwissenschaftlichen Debatten wird gelegentlich darauf hingewiesen, dass die optische Erscheinung des Gebäcks – eine strikt getrennte helle und dunkle Seite (beim Black and White Cookie) – unbewusst Assoziationen zur Rassentrennung (Segregation) in den USA wecken kann. In Deutschland ist diese spezifische Interpretation jedoch weniger verbreitet als die „Amerikaner/Afrikaner“-Gegenüberstellung.

Fazit

Der Begriff „Amerikaner“ an sich wird heute meist nicht als unmittelbar rassistisch eingestuft (im Gegensatz zum „Afrikaner“). Die rassistische Konnotation entsteht primär durch:

  1. Die Dichotomie (Zweiteilung) zwischen weißem „Amerikaner“ und schwarzem „Afrikaner“.
  2. Die historische Praxis, Gebäckstücke nach ethnischen oder nationalen Stereotypen zu benennen, was Menschen zu Objekten des Konsums herabwürdigt.

Heute verzichten viele Bäckereien auf die Bezeichnung „Afrikaner“ und nennen beide Varianten „Amerikaner“ (mit Zucker- oder Schokoguss) oder wählen neutrale Namen wie „Ammonplätzchen“.

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