Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Abführmitteln auftreten?

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Die Anwendung von Abführmitteln (Laxanzien) kann – je nach Wirkstoffgruppe, Dosierung und Dauer der Anwendung – verschiedene Nebenwirkungen haben. Man unterscheidet dabei zwischen kurzfristigen Beschwerden und den Risiken bei chronischem Fehlgebrauch.

Wichtiger Hinweis: Dieser Text dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltender Verstopfung sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Hier sind die häufigsten Nebenwirkungen im Überblick:

1. Häufige, kurzfristige Nebenwirkungen

Diese treten oft zu Beginn der Einnahme oder bei einer (zu) hohen Dosierung auf:

  • Blähungen und Völlegefühl: Besonders häufig bei Quellstoffen (wie Flohsamen) oder osmotisch wirkenden Mitteln (wie Lactulose).
  • Bauchschmerzen und Krämpfe: Stimulierende Abführmittel (z. B. Bisacodyl, Natriumpicosulfat oder Sennesblätter) regen die Darmbewegung stark an, was zu schmerzhaften Kontraktionen führen kann.
  • Übelkeit: Manche Präparate können den Magen reizen.
  • Durchfall: Wenn die Dosis zu hoch ist, wird der Stuhl zu flüssig, was zu dringendem Stuhlgang führt.

2. Risiken bei langfristiger oder zu häufiger Anwendung

Das größte Problem bei Abführmitteln ist der chronische Gebrauch („Abführmittel-Abusus“). Dies kann schwerwiegende Folgen haben:

  • Elektrolytstörungen: Dies ist die gefährlichste Nebenwirkung. Es gehen wichtige Salze verloren, insbesondere Kalium. Ein niedriger Kaliumspiegel kann zu Herzrhythmusstörungen und Muskelschwäche führen.
  • Teufelskreis der Verstopfung: Kaliummangel führt paradoxerweise dazu, dass der Darm noch träger wird. Betroffene greifen dann zu noch mehr Abführmitteln, was den Mangel verstärkt.
  • Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel): Dem Körper wird zu viel Wasser entzogen, was Schwindel, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme verursachen kann.
  • Gewöhnungseffekt: Der Darm „verlernt“ seine natürliche Eigenbewegung (Peristaltik) und ist ohne chemische Hilfe kaum noch aktiv.

3. Spezifische Nebenwirkungen nach Wirkstoffgruppe

  • Quellmittel (z. B. Flohsamen, Leinsamen): Wenn man dazu zu wenig trinkt, können sie im Darm verklumpen und im schlimmsten Fall einen Darmverschluss verursachen.
  • Osmotische Abführmittel (z. B. Macrogol, Salze): Diese können bei Überdosierung zu starkem Wasser- und Salzverlust führen.
  • Stimulierende Abführmittel (z. B. Rizinusöl, Anthrachinone wie Sennes): Diese sollten nur kurzzeitig (maximal 1–2 Wochen) angewendet werden, da sie die Darmschleimhaut reizen können.
  • Gleitmittel (z. B. Paraffinöl): Diese werden heute kaum noch empfohlen, da sie die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) behindern können und bei versehentlichem Einatmen Lungenentzündungen auslösen können.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn:

  • Die Verstopfung neu auftritt und länger als zwei Wochen anhält.
  • Blut im Stuhl sichtbar ist.
  • Starke Schmerzen oder ein harter, aufgeblähter Bauch auftreten.
  • Ungewollter Gewichtsverlust hinzukommt.
  • Sie das Gefühl haben, ohne Abführmittel gar keinen Stuhlgang mehr haben zu können.

Tipp für den Alltag: Oft lassen sich leichte Verstopfungen durch eine ballaststoffreiche Ernährung, eine Trinkmenge von ca. 1,5 bis 2 Litern Wasser pro Tag und regelmäßige Bewegung lindern, bevor man zu Medikamenten greift.