Welche Körperwerte kann eine moderne Körperanalysewaage zusätzlich zum Gewicht messen?

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Moderne Körperanalysewaagen nutzen meist die sogenannte Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA). Dabei wird ein schwacher, nicht spürbarer Strom durch den Körper geleitet. Da verschiedene Gewebearten (Fett, Muskeln, Wasser) den Strom unterschiedlich gut leiten, kann die Waage diverse Werte berechnen.

Hier sind die Werte, die moderne Geräte zusätzlich zum reinen Körpergewicht messen oder berechnen können:

1. Die Klassiker der Körperzusammensetzung

  • Körperfettanteil (KFA): Der prozentuale Anteil des Fettgewebes am Gesamtgewicht. Dies ist oft aussagekräftiger als das Gewicht allein, da Muskeln schwerer sind als Fett.
  • Muskelmasse: Das Gewicht der Skelettmuskulatur. Besonders wichtig für Sportler, um den Trainingsfortschritt zu überwachen.
  • Körperwasser: Zeigt an, wie viel Prozent des Körpers aus Wasser bestehen. Dies hilft, Schwankungen im Gewicht (z. B. durch Wassereinlagerungen oder Dehydrierung) besser zu verstehen.
  • Knochenmasse: Der geschätzte Anteil des Knochenmineralgewichts im Körper.

2. Spezifische Gesundheitsindikatoren

  • Viszeralfett (Organfett): Dies ist das Fett, das sich in der Bauchhöhle um die inneren Organe herum ablagert. Ein hoher Wert gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.
  • BMI (Body Mass Index): Ein rein rechnerischer Wert aus Größe und Gewicht (wird meist in der App angezeigt).
  • Proteinanteil: Gibt Aufschluss über den Eiweißgehalt im Körper, was eng mit der Muskelmasse und dem Ernährungszustand verknüpft ist.
  • Subkutanes Fett: Das Fettgewebe direkt unter der Haut (im Gegensatz zum tiefer liegenden Viszeralfett).

3. Stoffwechsel-Werte

  • Grundumsatz (BMR - Basal Metabolic Rate): Die Anzahl an Kalorien, die der Körper im völligen Ruhezustand verbraucht, um die Lebensfunktionen aufrechtzuerhalten.
  • Stoffwechselalter (Metabolic Age): Die Waage vergleicht den Grundumsatz des Nutzers mit dem Durchschnitt der jeweiligen Altersgruppe. Ist man fit, ist das Stoffwechselalter oft niedriger als das tatsächliche Alter.

4. High-End-Funktionen (bei teureren Modellen)

  • Herzfrequenz: Einige Waagen messen beim Wiegen den Puls über die Fußsohlen.
  • Pulswellen-Geschwindigkeit: Ein Indikator für die Gefäßgesundheit (Steifigkeit der Arterien).
  • Segmentanalyse: Mit Hilfe von Handsensoren (ausziehbarer Griff) können manche Waagen Fett- und Muskelanteile getrennt für Arme, Beine und Rumpf bestimmen.
  • EKG-Funktion: Ganz moderne Geräte können ein einfaches EKG erstellen, um Vorhofflimmern zu erkennen.
  • Nervenaktivität: Messung der Schweißdrüsenfunktion an den Füßen, um Hinweise auf die Gesundheit des peripheren Nervensystems zu erhalten.

Wichtige Hinweise zur Genauigkeit:

  • Trends statt Präzision: Heimwaagen sind nicht so genau wie medizinische Geräte beim Arzt (z. B. DEXA-Scan). Sie dienen vor allem dazu, langfristige Trends zu beobachten (z. B.: "Sinkt mein Fettanteil über die Wochen, während die Muskelmasse stabil bleibt?").
  • Störfaktoren: Die Werte können schwanken, je nachdem, wie voll die Blase ist, ob man gerade Sport getrieben hat oder wie feucht die Fußsohlen sind.
  • Sicherheit: Personen mit Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten sollten solche Waagen wegen des Stromflusses meist nicht benutzen (bzw. die Analysefunktion deaktivieren). Auch in der Schwangerschaft wird oft davon abgeraten, da die Messwerte durch das Fruchtwasser verfälscht werden.