Welche heimischen Pflanzen eignen sich am besten, um gezielt Bienen, Hummeln und Schmetterlinge anzulocken?
Um Bienen, Hummeln und Schmetterlinge gezielt zu fördern, sind heimische Wildpflanzen die beste Wahl. Im Gegensatz zu vielen gezüchteten Gartenblumen (oft mit „gefüllten“ Blüten, die keinen Nektar bieten) haben heimische Pflanzen im Laufe der Evolution genau die passenden Blütenformen und Inhaltsstoffe für unsere hiesigen Insekten entwickelt.
Hier ist eine Auswahl der besten Pflanzen, unterteilt nach Jahreszeiten und Insektengruppen:
1. Die „Superpflanzen“ (Echte Allrounder)
Diese Pflanzen sind extrem nektarreich und ziehen fast alles an, was summt und flattert:
- Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare): Ein absoluter Magnet für Bienen und Hummeln. Er produziert fast den ganzen Tag über Nektar.
- Wasserdost (Eupatorium cannabinum): Auch „Kunigundenkraut“ genannt. Im Spätsommer sitzen oft Dutzende Schmetterlinge (v.a. Admirale und Tagpfauenaugen) auf einer Pflanze.
- Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea): Eine der wichtigsten Futterpflanzen für Wildbienen und Schmetterlinge.
2. Für das zeitige Frühjahr (Überlebenshilfe für Hummelköniginnen)
Wenn die ersten Hummelköniginnen und Wildbienen erwachen, ist das Nahrungsangebot oft knapp:
- Sal-Weide (Salix caprea): Die wichtigste erste Nahrungsquelle (Pollen und Nektar).
- Schlüsselblume (Primula veris): Beliebt bei Pelzbienen und frühen Faltern.
- Lerchensporn (Corydalis cava): Wichtig für Hummeln mit langem Rüssel.
3. Für den Sommer (Hauptblütezeit)
- Wiesensalbei (Salvia pratensis): Perfekt für Hummeln (wegen des Klappmechanismus der Blüte).
- Wilder Majoran/Dost (Origanum vulgare): Ein wahrer Insektenturm. Wenn er blüht, ist er permanent „besetzt“.
- Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum): Zieht mit ihrer leuchtend roten Farbe besonders Schmetterlinge an.
- Moschus-Malve (Malva moschata): Lange Blütezeit, sehr beliebt bei Bienen.
- Glockenblumen (Campanula-Arten): Es gibt spezialisierte Wildbienen (Glockenblumen-Scherenbienen), die ohne diese Pflanzen nicht überleben können.
4. Für Schmetterlinge (Nektar & Raupenfutter)
Schmetterlinge brauchen nicht nur Nektar für die erwachsenen Tiere, sondern auch Futter für ihre Raupen:
- Wilde Möhre (Daucus carota): Nektar für Falter, Futterpflanze für die Raupen des wunderschönen Schwalbenschwanzes.
- Brennnessel (Urtica dioica): Unverzichtbar! Die Raupen von Tagpfauenauge, Admiral, Kleinem Fuchs und Landkärtchen fressen fast ausschließlich Brennnesseln. (Ein kleiner Bestand in einer sonnigen Ecke reicht oft schon aus).
- Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa): Eine der besten Nektarquellen für Falter überhaupt.
5. Für den Herbst (Vorbereitung auf den Winter)
- Efeu (Hedera helix): Blüht erst im September/Oktober. Er ist die wichtigste späte Nahrungsquelle für die Efeu-Seidenbiene und die letzten Admirale des Jahres.
- Herbst-Aster (Aster amellus): Die heimische Kalk-Aster bietet Nahrung, wenn vieles andere schon verblüht ist.
Drei goldene Regeln für den insektenfreundlichen Garten:
- Vielfalt statt Monokultur: Pflanzen Sie verschiedene Arten, damit vom März bis Oktober immer etwas blüht.
- Mut zur „Unordnung“: Lassen Sie verblühte Stängel über den Winter stehen. Viele Wildbienenlarven überwintern in den hohlen Stängeln.
- Keine gefüllten Blüten: Kaufen Sie keine Pflanzen mit der Bezeichnung „gefüllt“ (z. B. viele Rosen oder Dahlien). Bei diesen sind die Staubblätter zu Blütenblättern umgezüchtet – sie sind für Insekten wertlose „Plastikblumen“.
Tipp für Balkonbesitzer: Natternkopf, Majoran, Glockenblumen und sogar Wilder Wein lassen sich wunderbar in Kästen oder Töpfen halten!