Welche gesundheitlichen Risiken entstehen durch das Einatmen von Sonnenschutz-Aerosolen?

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Das Einatmen von Sonnenschutz-Sprays (Aerosolen) birgt verschiedene gesundheitliche Risiken, da die Inhaltsstoffe, die für den Schutz der Haut konzipiert sind, in der Lunge Schaden anrichten können. Die Lunge ist ein sehr empfindliches Organ, das Schadstoffe direkt in den Blutkreislauf leiten kann.

Hier sind die wichtigsten Risiken im Detail:

1. Reizung der Atemwege

Die feinen Tröpfchen und die darin enthaltenen Lösungsmittel (wie Alkohol) können die Schleimhäute in Mund, Rachen und Bronchien reizen. Dies kann zu sofortigen Symptomen führen wie:

  • Hustenreiz
  • Heiserkeit
  • Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust
  • Bei Asthmatikern: Auslösung eines Asthmaanfalls.

2. Gefahr durch Titandioxid (Nanopartikel)

Viele mineralische Sonnenschutzmittel enthalten Titandioxid oder Zinkoxid. In Cremes gelten diese als sicher, da sie auf der Haut verbleiben. In Sprays können sie jedoch als Nanopartikel eingeatmet werden:

  • Kanzerogenes Potenzial: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Titandioxid beim Einatmen als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2B) eingestuft.
  • Lungenbläschen: Die winzigen Partikel können bis tief in die Lungenbläschen (Alveolen) vordringen, dort Entzündungen auslösen und das Gewebe langfristig schädigen (oxidativer Stress).

3. Aufnahme chemischer Filter in den Körper

Die Lunge hat eine sehr große Oberfläche und ist gut durchblutet. Während die Haut eine Barriere darstellt, gelangen Inhaltsstoffe über die Lunge viel leichter direkt in die Blutbahn.

  • Einige chemische UV-Filter (z. B. Oxybenzon oder Octocrylen) stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Durch das Einatmen wird die systemische Belastung des Körpers mit diesen Stoffen erhöht.

4. Risiken durch Treibgase und Duftstoffe

Sprühdosen verwenden oft Treibgase wie Butan, Propan oder Isobutan. In geschlossenen Räumen (z. B. im Badezimmer) eingeatmet, können diese in hohen Konzentrationen zu Schwindel oder Kopfschmerzen führen. Zudem können die enthaltenen Duftstoffe Allergien oder Reizungen der Atemwege auslösen.


Wer ist besonders gefährdet?

  • Kinder: Sie haben kleinere Atemwege und eine höhere Atemfrequenz, wodurch sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Aerosole aufnehmen. Zudem halten sie beim Einsprühen seltener die Luft an.
  • Asthmatiker und Allergiker: Ihre Atemwege reagieren überempfindlich auf Reizstoffe.

Empfehlungen für eine sichere Anwendung

Um die Risiken zu minimieren, sollten Sie folgende Regeln beachten:

  1. Nicht direkt ins Gesicht sprühen: Sprühen Sie das Mittel zuerst in die Handflächen und verteilen Sie es dann im Gesicht.
  2. Im Freien verwenden: Benutzen Sie Sprays idealerweise draußen oder in sehr gut belüfteten Räumen, um die Konzentration der Partikel in der Atemluft gering zu halten.
  3. Luft anhalten: Versuchen Sie während des Sprühens kurz die Luft anzuhalten und sich nach dem Sprühen aus der "Nebelwolke" wegzubewegen.
  4. Cremes bevorzugen: Für Kinder und Menschen mit Atemwegserkrankungen sind klassische Lotionen oder Cremes die deutlich sicherere Wahl.
  5. Windrichtung beachten: Achten Sie darauf, dass der Wind den Sprühnebel nicht direkt in Ihr Gesicht oder das Gesicht umstehender Personen weht.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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