Welche gesundheitlichen Folgen hat eine zu hart eingestellte Lendenwirbelstütze?
Eine zu hart oder zu stark ausgeprägt eingestellte Lendenwirbelstütze (auch Lordosenstütze genannt) kann den gegenteiligen Effekt dessen bewirken, wofür sie eigentlich gedacht ist. Statt den Rücken zu entlasten, führt sie zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen.
Hier sind die wichtigsten gesundheitlichen Folgen:
1. Erzwungenes Hohlkreuz (Hyperlordose)
Eine zu starke Wölbung drückt die Lendenwirbelsäule zu weit nach vorne. Dadurch wird der Rücken in ein künstliches Hohlkreuz gezwungen. Dies belastet die Wirbelgelenke (Facettengelenke) übermäßig, was zu chronischen Rückenschmerzen führen kann.
2. Muskelverspannungen und „Abwehrspannung“
Wenn der Druck der Stütze als unangenehm oder schmerzhaft empfunden wird, reagiert die Rückenmuskulatur mit einer sogenannten Abwehrspannung. Die Muskeln verkrampfen sich, um dem Druck entgegenzuwirken, anstatt sich – wie eigentlich beabsichtigt – zu entspannen. Dies kann zu hartnäckigen Verspannungen und Myogelosen (Muskelhärten) führen.
3. Druckschmerzen und lokale Reizungen
Durch den punktuellen, zu harten Druck kann die Durchblutung im Gewebe beeinträchtigt werden. Dies führt zu:
- Druckschmerzen direkt an der Wirbelsäule.
- Hautirritationen oder unangenehmen Druckstellen.
- Gefühlsstörungen (Kribbeln), falls durch den Druck kleine Nervenbahnen komprimiert werden.
4. Fehlbelastung der Bandscheiben
Eine Lordosenstütze soll den Druck auf die Bandscheiben gleichmäßig verteilen. Ist sie zu hart, verschiebt sich der Druckpunkt unnatürlich. Dies kann langfristig die Abnutzung der Bandscheiben begünstigen oder bestehende Probleme (wie Vorwölbungen) verschlimmern, da die Wirbelsäule nicht in ihrer physiologischen Form unterstützt, sondern deformiert wird.
5. Auswirkungen auf andere Körperpartien (Kettenreaktion)
Die Wirbelsäule ist ein zusammenhängendes System. Eine Fehlstellung im unteren Rücken hat oft Auswirkungen nach oben und unten:
- Nackenverspannungen: Um die Fehlstellung im Lendenbereich auszugleichen, verändert man oft unbewusst die Kopfhaltung, was zu Nackenschmerzen und Spannungskopfschmerzen führen kann.
- Beckenkippung: Eine zu harte Stütze verändert die Position des Beckens, was zu Schmerzen in den Hüftgelenken führen kann.
6. Ermüdung beim Sitzen
Anstatt dass der Körper durch die Stütze entlastet wird, muss er ständig gegen den harten Widerstand arbeiten. Das führt dazu, dass man schneller ermüdet und die Konzentrationsfähigkeit (z. B. beim Autofahren oder am Schreibtisch) nachlässt.
Woran erkennen Sie, dass die Stütze zu hart ist?
- Sie haben das Gefühl, ein Fremdkörper drückt aktiv in Ihren Rücken.
- Sie spüren nach kurzer Zeit einen Drang, sich nach vorne zu beugen, um dem Druck zu entkommen.
- Der untere Rücken fühlt sich nach dem Aufstehen steif an.
Die richtige Einstellung:
Die Lendenwirbelstütze sollte die natürliche S-Kurve Ihrer Wirbelsäule lediglich ausfüllen und sanft stützen, aber nicht aktiv nach vorne drücken.
- Regel: Man sollte sie spüren, aber sie darf niemals als harter Druck oder Schmerz wahrgenommen werden.
- Position: Sie muss genau in der Wölbung oberhalb des Kreuzbeins (auf Gürtelhöhe) sitzen, nicht zu hoch und nicht zu tief.
Fazit: Mehr ist nicht gleich besser. Eine zu harte Unterstützung ist genauso schädlich wie gar keine Unterstützung (Rundrücken). Die Einstellung sollte immer als „angenehm ausfüllend“ empfunden werden.