Welche Gefahr besteht, wenn die empfohlene Badedauer überschritten wird?

Melden

Wenn die empfohlene Badedauer (in der Regel 15 bis 20 Minuten) deutlich überschritten wird, kann dies verschiedene negative Auswirkungen auf den Körper haben. Die Gefahren lassen sich in drei Hauptbereiche unterteilen:

1. Schädigung der Haut (Austrocknung)

Die Haut ist das Organ, das am direktesten betroffen ist.

  • Aufquellen der Hornschicht: Durch den langen Kontakt mit Wasser quillt die oberste Hautschicht auf. Das erkennt man an den typischen „Schrumpelfingern“.
  • Auswaschen von Lipiden: Wasser (besonders in Kombination mit Badezusätzen wie Schaumbad) löst die natürlichen Fette und Feuchthaltefaktoren aus der Haut.
  • Störung des Säureschutzmantels: Der natürliche Schutzfilm der Haut wird geschwächt. Die Folge ist trockene, schuppige und juckende Haut.
  • Erhöhte Infektionsgefahr: Da die Barrierefunktion der Haut gestört ist, können Bakterien und Pilze (z. B. Fußpilz) leichter eindringen.

2. Belastung des Herz-Kreislauf-Systems

Besonders bei heißem Badewasser (über 37 °C) wird der Körper stark beansprucht:

  • Blutdruckabfall: Die Wärme sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße weit stellen (Vasodilatation). Dadurch sinkt der Blutdruck.
  • Schwindel und Ohnmacht: Wenn man nach einem langen, heißen Bad zu schnell aus der Wanne aufsteht, kann das Blut in die Beine versacken. Dies kann zu Kreislaufkollaps oder Ohnmacht führen (orthostatische Hypotonie).
  • Herzbelastung: Das Herz muss schneller schlagen, um den Blutdruckabfall auszugleichen. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen kann dies eine gefährliche Überanstrengung darstellen.

3. Regulierung der Körpertemperatur

  • Überhitzung: In sehr heißem Wasser kann der Körper seine Temperatur nicht mehr durch Schwitzen regulieren, da die Wärmeabgabe an die Umgebung nicht möglich ist. Es kann zu einem Hitzestau kommen, der sich durch Kopfschmerzen oder Übelkeit äußert.
  • Unterkühlung: Wenn das Badewasser langsam abkühlt und man zu lange in der lauwarmen Wanne bleibt, entzieht das Wasser dem Körper Wärme. Dies kann das Immunsystem schwächen und Erkältungskrankheiten begünstigen.

Zusammenfassung und Tipps:

Um diese Gefahren zu vermeiden, empfehlen Experten:

  • Dauer: Maximal 15 bis 20 Minuten.
  • Temperatur: Ideal sind 36 bis 38 Grad Celsius.
  • Badezusätze: Rückfettende Ölbäder sind schonender als stark schäumende Produkte.
  • Nach dem Bad: Den Körper vorsichtig trocken tupfen (nicht reiben) und mit einer rückfettenden Lotion eincremen.
  • Aufstehen: Nach dem Baden langsam aufrichten und kurz am Rand sitzen bleiben, um dem Kreislauf Zeit zur Anpassung zu geben.

Besondere Vorsicht gilt für Kinder (empfindliche Haut, schnellere Auskühlung), ältere Menschen und Personen mit niedrigem Blutdruck oder Venenproblemen.

0