Welche gängigen Fassgrößen werden in der Gastronomie verwendet?

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In der Gastronomie sind Bierfässer (meist als KEG – vom englischen „keg“ für „kleines Fass“ bezeichnet) genormt. Die Wahl der Fassgröße hängt meist vom erwarteten Durchsatz, der Lagerkapazität und der Biersorte ab.

Hier sind die gängigsten Fassgrößen in der deutschen Gastronomie:

1. Die Standardgrößen (KEG)

Dies sind die am weitaus häufigsten verwendeten Fässer mit Zapfkopf-Anschluss:

  • 50 Liter (Der Klassiker):
    • Das Standardmaß für gut gehende Hauptsorten (z. B. Pils).
    • Ergibt ca. 100 bis 150 Gläser (je nach Glasgröße 0,33l oder 0,5l).
  • 30 Liter (Der Allrounder):
    • Sehr beliebt für Spezialitätenbiere, Weizenbier oder in kleineren Betrieben.
    • Vorteil: Das Bier bleibt frischer, da das Fass schneller geleert wird.
  • 20 Liter (Die Kompakten):
    • Oft verwendet für Craft Beer, sehr hochpreisige Biere oder Bars mit sehr vielen verschiedenen Zapfhähnen (Taprooms).
    • Wird oft als „Slim-KEG“ (sehr schmal und hoch) angeboten.

2. Regionale und spezielle Größen

  • 10 Liter (Das „Pittermännchen“):
    • Besonders im Kölner Raum (Kölsch) bekannt.
    • Wird oft direkt am Gasttisch serviert („Tischfass“) oder für sehr geringen Bedarf genutzt.
  • 15 Liter / 25 Liter:
    • Eher seltener, werden aber von einigen Brauereien als Zwischengrößen angeboten.

3. Partyfässer (ohne professionelle Schankanlage)

  • 5 Liter (Dosenfass):
    • Eher für den privaten Bereich oder kleine Events gedacht. In der professionellen Gastronomie kaum im Einsatz, außer als Mitbringsel für Gäste.

Wichtige technische Unterschiede

Neben der Literzahl unterscheiden sich die Fässer durch ihre Bauform und das Anschlusssystem:

  1. Bauformen:

    • DIN-KEG: Eher hoch und schmal.
    • Euro-KEG: Eher gedrungen und breit.
    • Slim-KEG: Besonders schmal (platzsparend im Kühlhaus).
  2. Fitting-Systeme (Zapfköpfe): Damit das Bier aus dem Fass kommt, braucht man den passenden Zapfkopf. Es gibt vier gängige Systeme:

    • Flachfitting (Typ A): In Deutschland am weitesten verbreitet.
    • Kombifitting (Typ M): Sieht dem Flachfitting ähnlich, hat aber eine andere Dichtung.
    • Korbfitting (Typ S): Wird oft bei ausländischen Marken (z.B. Guinness) oder bestimmten deutschen Brauereien verwendet.
    • Köpi-Fitting (Typ D): Seltener, speziell für bestimmte Marken.

Einweg-KEGs (Petainer)

In den letzten Jahren kommen vermehrt Kunststoff-Fässer (z. B. KeyKeg oder Petainer) zum Einsatz. Diese fassen meist 20 oder 30 Liter.

  • Vorteil: Kein Pfandsystem, geringeres Gewicht, ideal für den Export.
  • Nachteil: Erhöhter Plastikabfall.

Zusammenfassend: In einer normalen deutschen Gaststätte findet man fast immer die 30-Liter- und 50-Liter-Fässer mit Flachfitting.