Welche Funktion erfüllen Silikone in Haarpflegeprodukten?

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Silikone sind synthetische Polymere, die in der Haarpflege (Shampoos, Spülungen, Kuren, Haaröle) aufgrund ihrer vielseitigen Eigenschaften sehr verbreitet sind. Sie wirken primär an der Oberfläche des Haares und erfüllen folgende Funktionen:

1. Optische Aufwertung und Glanz

Silikone legen sich wie ein hauchdünner Film um jedes einzelne Haar. Da dieser Film sehr glatt ist, wird das Licht gleichmäßiger reflektiert. Das Ergebnis ist ein sofortiger, gesunder Glanz.

2. Bessere Kämmbarkeit

Die Silikonschicht reduziert die Reibung zwischen den Haaren. Dadurch lassen sie sich sowohl im nassen als auch im trockenen Zustand leichter entwirren und kämmen. Das beugt mechanischen Haarschäden (wie Haarbruch beim Bürsten) vor.

3. Schutz vor Hitze und Umwelteinflüssen

Die Schutzschicht wirkt wie ein Isolator. Sie schützt das Haar bis zu einem gewissen Grad vor der Hitze von Föhn, Glätteisen oder Lockenstab. Zudem bewahrt sie das Haar vor äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung oder Schadstoffen.

4. Frizz-Kontrolle und Feuchtigkeitsschutz

Silikone sind hydrophob (wasserabweisend). Sie verhindern, dass Feuchtigkeit aus der Luft in das Haar eindringt (was das Haar aufquellen und „frizzig“ werden lässt) und gleichzeitig, dass die natürliche Feuchtigkeit im Inneren des Haares zu schnell verdunstet.

5. Versiegelung von Spliss

Silikone können gespaltene Haarspitzen vorübergehend „zusammenkleben“. Das Haar sieht dadurch gesünder aus, auch wenn der Spliss dadurch nicht dauerhaft geheilt wird (was biologisch ohnehin nicht möglich ist).


Die Kehrseite: Was man beachten sollte

Trotz dieser Vorteile stehen Silikone oft in der Kritik. Hier sind die wichtigsten Punkte zur Unterscheidung:

  • Wasserunlösliche Silikone (z. B. Dimethicone, Cyclomethicone): Sie lassen sich nur schwer mit herkömmlichem Shampoo auswaschen. Bei häufiger Anwendung kann es zum sogenannten „Build-up-Effekt“ kommen: Die Schichten lagern sich übereinander ab, beschweren das Haar, machen es strähnig und verhindern, dass Pflegestoffe (wie Öle oder Proteine) in das Haar eindringen können.
  • Wasserlösliche Silikone (z. B. Trideceth-12, Dimethicone Copolyo): Diese lassen sich bei der nächsten Haarwäsche leicht entfernen und bergen kaum Gefahr für einen Build-up-Effekt.

Fazit

Silikone sind hervorragende „Weichzeichner“ und bieten einen effektiven Sofort-Effekt. Wer jedoch sehr feines Haar hat oder Wert darauf legt, dass pflegende Wirkstoffe tief in das Haar eindringen können, sollte auf wasserlösliche Silikone achten oder ganz auf silikonfreie Produkte umsteigen. Für widerspenstiges, dickes oder stark strapaziertes Haar können Silikone hingegen ein Segen sein.

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