Was versteht man unter den sogenannten „Hartplastikfiguren“ für Sammler?

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Unter dem Begriff „Hartplastikfiguren“ verstehen Sammler eine spezifische Gattung von Spielfiguren, die vor allem in der Mitte des 20. Jahrhunderts (ca. 1950er bis 1970er Jahre) den Markt dominierten. Sie bilden das Bindeglied zwischen den alten Massefiguren (aus Sägemehl, Leim und Gips) und den modernen Figuren aus Weichplastik oder PVC.

Hier sind die wichtigsten Merkmale und Aspekte, die dieses Sammelgebiet definieren:

1. Das Material

Im Gegensatz zu modernen, biegsamen Spielfiguren (wie z. B. von Schleich heute) bestehen diese Figuren aus einem harten, spröden Kunststoff (meist Polystyrol).

  • Haptik: Sie fühlen sich starr an und geben unter Druck nicht nach.
  • Zerbrechlichkeit: Das ist das Hauptmerkmal für Sammler. Wenn eine Hartplastikfigur herunterfällt, bricht sie oft – Beine, Speere oder Pferdeohren splittern leicht ab.
  • Klang: Wenn man sie auf einen Tisch klopft, hellt ein klares, „klickendes“ Geräusch (ähnlich wie bei einer Kaffeetasse) auf, im Gegensatz zum stumpfen Ton von Weichplastik.

2. Die Blütezeit

Die Ära der Hartplastikfiguren begann nach dem Zweiten Weltkrieg, als Kunststoff als günstiger und formbarer Werkstoff die teure und aufwendige Produktion von Massefiguren ablöste. In den 1970er Jahren wurden sie weitgehend von Weichplastik (PVC) verdrängt, da dieses langlebiger und kindersicherer (weil unkaputtbar) war.

3. Bekannte Hersteller

Für Sammler sind vor allem deutsche Marken von Bedeutung:

  • Hausser / Elastolin: Der wohl bekannteste Name. Nachdem Hausser früher Massefiguren hergestellt hatte, stellten sie in den 50ern auf Hartplastik um. Die Figuren (v. a. im Maßstab 4 cm und 7 cm) gelten als qualitativ hochwertig und detailreich.
  • Jean Höfler (Big): Bekannt für Wildwest- und Ritterfiguren.
  • Lineol: Ein weiterer Traditionshersteller, der den Übergang von Masse zu Kunststoff vollzog.
  • Heinerle: Bekannt durch die sogenannten „Wundertüten-Figuren“.
  • Schleich: Bevor das Unternehmen für seine Gummispiere bekannt wurde, produzierten sie ebenfalls Figuren aus härterem Kunststoff.

4. Beliebte Themengebiete

Die Sammler konzentrieren sich meist auf klassische Genres der damaligen Zeit:

  • Wilder Westen: Cowboys und Indianer (oft inspiriert durch Karl May).
  • Ritter: Burgen, Belagerungsszenen und Turniere.
  • Militär: Soldaten aus verschiedenen Epochen (Zweiter Weltkrieg, Römer, Landsknechte).
  • Bauernhof & Zoo: Tiere und Zubehör.

5. Warum sammeln Menschen diese Figuren?

  • Nostalgie: Viele Sammler suchen die Spielzeuge ihrer Kindheit in den 50er und 60er Jahren.
  • Bemalung: Hartplastikfiguren ließen sich hervorragend handbemalen. Die Farben haften auf dem Material oft besser und wirken feiner als auf modernen Kunststoffen.
  • Detailgrad: Durch die Härte des Materials konnten sehr feine Details (Gesichtszüge, Rüstungsteile) gegossen werden, die bei Weichplastik oft verwaschen wirken.
  • Seltenheit: Aufgrund der Zerbrechlichkeit haben viele Figuren die Jahrzehnte in Kinderzimmern nicht überlebt. Gut erhaltene Exemplare ohne Brüche und mit originaler Bemalung erzielen heute hohe Preise.

6. Problem für Sammler: „Plastikkrebs“

Ein spezifisches Problem bei Hartplastikfiguren ist die sogenannte Versprödung oder chemische Zersetzung (umgangssprachlich oft Plastikkrebs genannt). Durch Weichmacherverlust oder falsche Lagerung (UV-Licht, Hitze) kann der Kunststoff so brüchig werden, dass die Figur bei der kleinsten Berührung zerbröselt.

Zusammenfassend: Hartplastikfiguren sind die „kostbaren Klassiker“ unter den Kunststoff-Spielfiguren. Sie werden für ihre Ästhetik und historische Bedeutung geschätzt, erfordern aber aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit einen sehr vorsichtigen Umgang.