Was versteht man unter dem Schirmungsmaß bei Antennenkabeln?

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Das Schirmungsmaß bei Antennenkabeln (Koaxialkabeln) ist eine physikalische Größe, die angibt, wie gut das Kabel das darin übertragene Signal vor äußeren elektromagnetischen Einflüssen schützt und gleichzeitig verhindert, dass das Signal nach außen dringt.

Hier sind die wichtigsten Aspekte einfach erklärt:

1. Die Schutzfunktion (In beide Richtungen)

Das Schirmungsmaß beschreibt zwei Schutzrichtungen:

  • Einstrahlung verhindern: Es schützt das Fernseh- oder Datensignal im Inneren des Kabels vor Störungen von außen (z. B. durch Mobilfunkmasten wie LTE/5G, WLAN-Router oder DECT-Telefone).
  • Abstrahlung verhindern: Es sorgt dafür, dass das Signal im Kabel bleibt und nicht selbst als „Antenne“ fungiert, was andere Geräte stören könnte.

2. Die Maßeinheit: Dezibel (dB)

Das Schirmungsmaß wird in Dezibel (dB) angegeben. Da es sich um eine logarithmische Skala handelt, bedeuten schon kleine Unterschiede in der Zahl große Unterschiede in der Schutzwirkung:

  • Ein Kabel mit 90 dB ist zehnmal besser geschirmt als eines mit 80 dB.
  • Ein Kabel mit 100 dB ist hundertmal besser geschirmt als eines mit 80 dB.

3. Aufbau der Schirmung

Um ein hohes Schirmungsmaß zu erreichen, besteht die Schirmung eines Koaxialkabels meist aus mehreren Schichten, die das innere Kupferkabel (Innenleiter) umgeben:

  • Aluminium- oder Kupferfolie: Schützt besonders gegen hochfrequente Felder.
  • Drahtgeflecht: Schützt gegen niederfrequente Felder und macht das Kabel mechanisch stabil.
  • Mehrfache Schirmung: Hochwertige Kabel sind 2-fach, 3-fach oder sogar 4-fach geschirmt (Kombinationen aus Folie und Geflecht).

4. Qualitätsklassen

In der Praxis gibt es gängige Klassen, an denen man sich orientieren kann:

  • Klasse B: ca. 75 dB (veraltet, heute oft nicht mehr ausreichend).
  • Klasse A: mindestens 85 dB (Standard für einfaches Kabel-TV).
  • Klasse A+: mindestens 95 dB (Empfohlen für modernes HD-TV und Internet über Kabel).
  • Klasse A++: über 105 dB (High-End, Schutz vor starken LTE-Einstrahlungen).

Warum ist das heute so wichtig?

Früher war ein niedriges Schirmungsmaß weniger problematisch. Heute sind wir jedoch von unzähligen Funkquellen umgeben. Besonders der LTE- und 5G-Mobilfunk nutzt Frequenzbereiche, die sehr nah an den Frequenzen des digitalen Kabelfernsehens liegen. Ist das Schirmungsmaß zu niedrig, kommt es zu Bildaussetzern, Verpixelungen oder Totalausfällen („Klötzchenbildung“).

Ein wichtiger Hinweis zur Praxis:

Das beste Kabel mit 120 dB Schirmungsmaß nützt wenig, wenn die Stecker minderwertig oder schlecht montiert sind. Die Schwachstelle ist oft der Übergang vom Kabel zum Stecker. Man sollte daher auf hochwertige, gut geschirmte Metallstecker (z. B. Kompressionsstecker) achten.

Zusammenfassend: Das Schirmungsmaß ist die „Isolierung“ gegen elektromagnetischen Lärm. Je höher der dB-Wert, desto sauberer bleibt das Signal. Für heutige Anwendungen (HD, 4K, Kabel-Internet) sollte ein Kabel mindestens 90 bis 100 dB (Klasse A oder A+) aufweisen.

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