Was versteht man unter dem Begriff „3-Free“ oder „5-Free“ bei Nagellack-Inhaltsstoffen?
Die Begriffe „3-Free“ und „5-Free“ sind Bezeichnungen für Nagellacke, die auf bestimmte potenziell gesundheitsschädliche oder reizende Inhaltsstoffe verzichten. Sie dienen als Orientierungshilfe für Verbraucher, die Wert auf „Clean Beauty“ und schadstoffärmere Kosmetik legen.
Hier ist die genaue Aufschlüsselung, was in diesen Lacken nicht enthalten ist:
1. Was bedeutet „3-Free“?
Dies ist der ursprüngliche Standard für schadstoffärmere Nagellacke. Ein 3-Free-Lack verzichtet auf die drei am stärksten kritisierten Inhaltsstoffe:
- Dibutylphthalat (DBP): Ein Weichmacher, der verhindern soll, dass der Lack splittert. Er steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und die Fortpflanzungsfähigkeit zu beeinträchtigen.
- Toluol (Toluene): Ein Lösungsmittel, das für eine glatte Textur sorgt. Die Dämpfe können jedoch Kopfschmerzen, Schwindel verursachen und das Nervensystem sowie die Leber belasten.
- Formaldehyd: Dient als Härtungsmittel. Es gilt als krebserregend und ist ein starkes Allergen, das Reizungen an Haut und Atemwegen verursachen kann.
2. Was bedeutet „5-Free“?
„5-Free“ baut auf „3-Free“ auf. Diese Lacke verzichten zusätzlich zu den oben genannten Stoffen auf zwei weitere Substanzen:
- Formaldehyd-Harz: Ein Abkömmling von Formaldehyd. Es ist zwar weniger flüchtig, gehört aber zu den häufigsten Auslösern für Kontaktallergien bei Nagellack.
- Campher (Camphor): Wird ebenfalls als Weichmacher eingesetzt. In großen Mengen kann Campher Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen verursachen. Zudem wird er über die Nagelplatte aufgenommen.
3. Es geht noch weiter: 7-Free, 10-Free und mehr
Da der Trend zu bewusster Kosmetik anhält, finden sich heute oft noch höhere Klassifizierungen:
- 7-Free: Verzichtet zusätzlich meist auf Tierversuche (cruelty-free) und tierische Inhaltsstoffe (vegan). Manchmal sind stattdessen Xylol oder Ethyltosylamid ausgeschlossen.
- 10-Free oder 15-Free: Diese Lacke schließen eine lange Liste weiterer Stoffe aus, wie z.B. Parabene, Duftstoffe, Silikone, Kolophonium (Harz) oder Mikroplastik.
Warum ist das wichtig?
Obwohl die Mengen in einer einzelnen Flasche Nagellack gering sind, gibt es zwei Hauptgründe für den Verzicht:
- Gesundheit: Die Nagelsubstanz ist leicht porös, und beim Auftragen atmet man die Dämpfe direkt ein. Wer häufig lackiert, reduziert so die Belastung für den Körper.
- Allergien: Viele Menschen reagieren allergisch auf klassische Nagellack-Inhaltsstoffe (insbesondere Formaldehyd-Harz), was sich oft durch juckende Augenlider bemerkbar macht (weil man sich mit den lackierten Fingern unbewusst ins Gesicht fasst).
Gut zu wissen: Da diese Begriffe rechtlich nicht streng geschützt sind, lohnt sich bei empfindlichen Personen trotzdem ein Blick auf die Inhaltsstoffliste (INCI). Die meisten modernen Marken (auch im Drogeriebereich) sind heute aber standardmäßig mindestens „3-Free“.