Was versteht man unter „4K/120Hz Passthrough“ und warum ist dies besonders für Gamer relevant?
Unter „4K/120Hz Passthrough“ versteht man die Fähigkeit eines zwischengeschalteten Geräts (meist ein AV-Receiver oder eine Soundbar), ein Videosignal in 4K-Auflösung mit einer Bildwiederholrate von 120 Hertz (Hz) von einer Quelle zum Fernseher durchzuschleifen, ohne es zu verschlechtern oder zu drosseln.
Hier ist die detaillierte Erklärung und warum das Thema heute so wichtig ist:
1. Was bedeutet es technisch?
- 4K (Auflösung): Das Bild besteht aus ca. 8 Millionen Pixeln (3840 x 2160), was für hohe Schärfe sorgt.
- 120Hz (Bildwiederholrate): Der Bildschirm aktualisiert das Bild 120 Mal pro Sekunde. Das ist doppelt so oft wie der Standard von 60Hz.
- Passthrough (Durchschleifen): Wenn du deine Konsole nicht direkt am TV anschließt, sondern an ein Soundsystem (AV-Receiver/Soundbar), muss dieses Gerät das Signal „verstehen“. Ein Gerät mit 4K/120Hz Passthrough leitet das volle Signal der Konsole verlustfrei an den Fernseher weiter, während es gleichzeitig den Ton abgreift und über die Lautsprecher wiedergibt.
2. Warum ist das für Gamer so relevant?
Für Besitzer von PlayStation 5, Xbox Series X oder einem leistungsstarken Gaming-PC ist diese Funktion aus drei Hauptgründen entscheidend:
A. Extreme Flüssigkeit und Klarheit bei Bewegungen
In schnellen Spielen (Shootern wie Call of Duty, Rennspielen wie Gran Turismo oder Sportspielen wie FIFA) sorgt 120Hz für eine deutlich flüssigere Darstellung. Bewegungsunschärfe wird massiv reduziert. Wenn ein Receiver nur 60Hz Passthrough beherrscht, würde er das Signal der Konsole „ausbremsen“, und man könnte die 120Hz des Fernsehers nicht nutzen.
B. Geringerer Input-Lag (Reaktionszeit)
Mehr Bilder pro Sekunde bedeuten auch, dass die Verzögerung zwischen deinem Tastendruck auf dem Controller und der sichtbaren Reaktion auf dem Bildschirm sinkt. Bei 120Hz ist der Input-Lag theoretisch nur halb so hoch wie bei 60Hz. Das kann in kompetitiven Spielen den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen.
C. HDMI 2.1 Features (VRR und ALLM)
Geräte, die 4K/120Hz Passthrough unterstützen, beherrschen in der Regel den HDMI 2.1-Standard. Dieser bringt weitere wichtige Gaming-Features mit:
- VRR (Variable Refresh Rate): Verhindert „Tearing“ (Zerreißeffekte im Bild), wenn die Konsole die Bildrate nicht konstant halten kann.
- ALLM (Auto Low Latency Mode): Schaltet den Fernseher automatisch in den schnellsten Spielemodus.
3. Das Problem ohne 4K/120Hz Passthrough
Wenn dein AV-Receiver oder deine Soundbar nur HDMI 2.0 (max. 4K bei 60Hz) unterstützt, hast du als Gamer ein Dilemma:
- Anschluss an den Receiver: Du hast tollen Sound, bist aber bei der Grafik auf 60Hz limitiert.
- Anschluss direkt an den TV: Du hast 120Hz Grafik, musst aber den Ton über ein optisches Kabel oder HDMI eARC zurück zum Soundsystem leiten. Das funktioniert zwar oft, kann aber je nach Hardware zu Verzögerungen beim Ton (Audio-Sync-Problemen) oder zu Problemen mit hochwertigen Audioformaten (wie DTS:X) führen.
Fazit
4K/120Hz Passthrough ist die „Sorglos-Lösung“ für moderne Setups. Es erlaubt dir, deine Konsole als zentrale Schaltstelle an das Soundsystem anzuschließen, ohne Kompromisse bei der Bildqualität oder der Geschwindigkeit der neuen Konsolengeneration machen zu müssen. Wenn du eine PS5 oder Xbox Series X an einem 120Hz-TV betreibst, ist dies beim Kauf eines neuen Receivers oder einer Soundbar das wichtigste Merkmal.