Was sollte man bei der Anwendung von Badreiniger auf Natursteinfliesen beachten?
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Bei der Anwendung von Badreinigern auf Naturstein (wie Marmor, Kalkstein, Travertin, Schiefer oder Granit) ist extreme Vorsicht geboten. Die meisten herkömmlichen Badreiniger sind für keramische Fliesen konzipiert und können Naturstein dauerhaft schädigen.
Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten müssen:
1. Die größte Gefahr: Säure
Die meisten Badreiniger enthalten Säuren (Zitronensäure, Essig, Phosphorsäure), um Kalk zu lösen.
- Kalkhaltige Steine (Marmor, Kalkstein, Travertin): Diese bestehen chemisch gesehen aus dem gleichen Material wie Kalkablagerungen. Eine Säure unterscheidet nicht zwischen dem Kalkfleck und der Fliese – sie frisst Löcher in die Oberfläche, macht sie matt, rau und zerstört die Politur.
- Granit & Schiefer: Diese sind zwar robuster, können aber durch aggressive Säuren Verfärbungen bekommen oder ihre Schutzschicht verlieren.
2. Was Sie NIEMALS verwenden sollten
- Herkömmliche Antikalk-Sprays (z. B. Cillit Bang, Antikal etc.).
- Essigreiniger oder Essigessenz.
- Zitronensäure.
- Scheuermilch: Die feinen Partikel können die weiche Oberfläche von Natursteinen (besonders Marmor) zerkratzen.
- Dampfreiniger: Der hohe Druck und die Hitze können die Struktur des Steins schwächen oder Versiegelungen lösen.
3. Die richtige Wahl des Reinigungsmittels
- pH-neutrale Reiniger: Verwenden Sie milde Seifen oder spezielle pH-neutrale Unterhaltsreiniger.
- Spezielle Natursteinreiniger: Im Baumarkt oder Fachhandel gibt es Reiniger, die explizit für "Marmor und Naturstein" ausgewiesen sind.
- Alkalische Reiniger: Für hartnäckige Fettverschmutzungen sind leicht alkalische Reiniger (z. B. auf Basis von Schmierseife) geeignet, solange sie nicht zu aggressiv sind.
4. Anwendungstipps
- Test an unauffälliger Stelle: Probieren Sie jeden neuen Reiniger erst an einer Stelle aus, die man später nicht sieht (z. B. hinter der Toilette oder unter einem Schrank).
- Keine harten Schwämme: Verwenden Sie weiche Baumwolltücher oder Mikrofasertücher. Vermeiden Sie die raue Seite von Küchenschwämmen (die grünen/schwarzen Vliese enthalten oft Schleifmittel).
- Kurze Einwirkzeit: Lassen Sie Reiniger niemals auf dem Stein eintrocknen.
- Nachspülen: Wischen Sie immer mit klarem Wasser nach, um alle Rückstände des Reinigungsmittels zu entfernen.
5. Das Kalk-Dilemma lösen
Da Sie keine Säure gegen Kalk verwenden dürfen, müssen Sie anders vorgehen:
- Prävention: Trocknen Sie die Fliesen nach jedem Duschen mit einem Abzieher oder einem weichen Tuch ab. Wenn kein Wasser stehen bleibt, entsteht kein Kalk.
- Spezialprodukte: Es gibt spezielle, säurefreie Kalklöser für Naturstein im Fachhandel.
6. Langfristiger Schutz: Imprägnierung
Naturstein ist porös und saugt Flüssigkeiten auf.
- Es empfiehlt sich, den Stein einmal im Jahr (oder nach Bedarf) zu imprägnieren. Dies verhindert, dass Wasser, Seifenreste oder Öle tief in den Stein eindringen.
- Eine gute Imprägnierung erleichtert die tägliche Reinigung enorm, da Schmutz nur noch oberflächlich anhaftet.
Zusammenfassend: Greifen Sie im Zweifel lieber nur zu lauwarmem Wasser und einem Schuss milder Schmierseife statt zum aggressiven Badreiniger aus dem Supermarkt.