Was sind die Ursachen für ein störendes Summen oder Brummen bei LED-Leuchtmitteln?

Melden

Das Summen oder Brummen bei LED-Leuchtmitteln ist ein bekanntes Problem. Es hat meistens elektronische Ursachen, da LEDs im Gegensatz zu alten Glühbirnen komplexe elektronische Bauteile (Treiber) enthalten.

Hier sind die Hauptursachen für diese Geräusche:

1. Inkompatibilität mit dem Dimmer (Häufigste Ursache)

Dies ist der Hauptgrund für Brummgeräusche.

  • Phasenanschnitt vs. Phasenabschnitt: Ältere Dimmer sind oft für Glühlampen ausgelegt (Phasenanschnitt). LEDs benötigen meist Phasenabschnitt-Dimmer. Wenn die Technik nicht zusammenpasst, gerät die Elektronik im LED-Treiber in Schwingung.
  • Mindestlast: Viele alte Dimmer benötigen eine Mindestlast von z. B. 20 oder 40 Watt. Eine einzelne LED verbraucht oft nur 5–8 Watt. Wird die Mindestlast unterschritten, arbeitet der Dimmer instabil, was zu Flackern oder Brummen führt.
  • Nicht dimmbare LEDs: Wird eine LED, die ausdrücklich als „nicht dimmbar“ gekennzeichnet ist, an einem Dimmer betrieben, versucht die Elektronik den Stromfluss zu regeln, was zu extremen Geräuschen und zur Zerstörung des Leuchtmittels führen kann.

2. Schwingende Bauteile (Magnetostriktion)

Im Inneren jeder LED befindet sich ein kleiner Transformator oder eine Drosselspule (Teil des Treibers).

  • Durch den fließenden Wechselstrom entstehen magnetische Felder. Diese können Bauteile im Inneren minimal (im Mikrometerbereich) bewegen.
  • Bei minderwertigen Leuchtmitteln sind diese Bauteile oft nicht fest genug vergossen oder verklebt. Sie vibrieren in der Frequenz des Stromnetzes (50 Hz) oder der Taktfrequenz des Treibers, was wir als Summen wahrnehmen.

3. Minderwertige Treiber-Elektronik

Günstige LED-Leuchtmittel sparen oft an Bauteilen zur Glättung der Spannung (Kondensatoren).

  • Wenn die Spannung nicht sauber „sauber“ verarbeitet wird, entstehen Resonanzen in den elektronischen Komponenten.
  • Hochwertige Markenhersteller vergießen ihre Elektronik oft mit Harz, um Vibrationen zu dämpfen.

4. Rundsteuersignale vom Energieversorger

Manchmal tritt das Brummen nur zu bestimmten Uhrzeiten auf.

  • Energieversorger senden Signale mit einer bestimmten Frequenz durch das Stromnetz, um z. B. Straßenlaternen zu steuern oder Nachtspeicherheizungen umzuschalten.
  • Diese Signale können die empfindliche Elektronik von LEDs kurzzeitig zum Schwingen bringen.

5. Resonanz durch das Gehäuse

Ein winziges, kaum hörbares Summen der LED kann durch das Lampengehäuse oder den Reflektor verstärkt werden. Die Lampe wirkt dann wie ein Resonanzkörper (ähnlich wie bei einer Gitarre).


Was kann man dagegen tun?

  1. Leuchtmittel tauschen: Probieren Sie ein hochwertiges Marken-Leuchtmittel aus. Oft verschwindet das Geräusch allein durch bessere Bauteile.
  2. Dimmer prüfen: Wenn Sie dimmen, stellen Sie sicher, dass der Dimmer explizit für LEDs geeignet ist (LED-Universal-Dimmer) und die Lastbereiche passen.
  3. Dimmbarkeit prüfen: Achten Sie beim Kauf penibel auf das Symbol für Dimmbarkeit.
  4. Festen Sitz prüfen: Manchmal hilft es schon, das Leuchtmittel fester (oder minimal lockerer) in die Fassung zu drehen oder zu schauen, ob Verkleidungen der Lampe locker sitzen und vibrieren.

Hinweis: Ein leises Summen, das man nur hört, wenn man das Ohr direkt an die Lampe hält, ist bei vielen elektronischen Geräten normal. Ein im Raum deutlich hörbares Brummen deutet jedoch fast immer auf ein technisches Problem oder eine Inkompatibilität hin.

0