Was sind die häufigsten Ursachen für Risse in einer Ölwanne?

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Risse in der Ölwanne können schwerwiegende Folgen für den Motor haben, da sie zu Ölverlust und damit zu mangelnder Schmierung führen. Die Ursachen hängen oft vom Material der Ölwanne ab (meist Aluminiumguss oder Stahlblech).

Hier sind die häufigsten Ursachen für Risse in einer Ölwanne:

1. Mechanische Einwirkungen (Aufsetzen)

Dies ist die häufigste Ursache. Da die Ölwanne am tiefsten Punkt des Motors sitzt, ist sie anfällig für:

  • Bordsteinkanten oder Schlaglöcher: Ein harter Aufsetzer kann das Material (besonders bei sprödem Aluminiumguss) sofort reißen lassen.
  • Geländefahrten: Steine oder Baumstümpfe können die Wanne beschädigen.
  • Steinschlag: Bei hohen Geschwindigkeiten können hochgeschleuderte Steine wie kleine Projektile wirken und Haarrisse verursachen.

2. Fehler bei der Wartung (Montagefehler)

Oft entstehen Risse nicht durch äußere Einwirkung, sondern durch unsachgemäße Arbeit:

  • Zu fest angezogene Ölablassschraube: Wenn die Ablassschraube mit zu viel Drehmoment angezogen wird, entstehen Spannungsrisse im Gewinde oder im umliegenden Gehäuse der Ölwanne.
  • Falsches Anzugsdrehmoment der Befestigungsschrauben: Wenn die Schrauben, die die Ölwanne am Motorblock halten, ungleichmäßig oder zu fest angezogen werden, kann sich die Wanne verziehen oder reißen.

3. Korrosion (Rost)

Dies betrifft vor allem Ölwannen aus Stahlblech:

  • Durch Streusalz, Feuchtigkeit und Schmutz beginnt das Metall zu rosten.
  • Der Rost frisst sich mit der Zeit durch das Material. Bevor ein echtes Loch entsteht, wird das Material so dünn, dass durch Vibrationen oder leichte Belastungen Risse entstehen („Durchrostung“).

4. Thermische Spannungen

Der Motor macht extreme Temperaturunterschiede durch (von -20 °C im Winter bis zu über 100 °C Betriebstemperatur):

  • Materialermüdung: Durch das ständige Ausdehnen und Zusammenziehen kann das Material mit der Zeit ermüden.
  • Abschrecken: Wenn eine sehr heiße Ölwanne plötzlich mit eiskaltem Spritzwasser (z. B. tiefe Pfütze) in Kontakt kommt, können durch den thermischen Schock Spannungsrisse entstehen.

5. Vibrationen

Ständige Vibrationen des Motors, insbesondere bei Dieselmotoren oder wenn Motorlager defekt sind, können zu Ermüdungsrissen führen. Dies passiert oft an Stellen, an denen das Material konstruktionsbedingt dünner ist oder an Befestigungspunkten.


Woran erkennt man einen Riss?

  • Ölflecken unter dem Fahrzeug.
  • Ölfeuchter Unterboden (das Öl wird durch den Fahrtwind nach hinten verteilt).
  • Sinkender Ölstand am Messstab oder durch die Warnleuchte im Cockpit.
  • Geruch nach verbranntem Öl, wenn Tropfen auf den heißen Auspuff gelangen.

Was tun bei einem Riss?

  • Aluminium-Ölwannen: Können theoretisch von Fachbetrieben geschweißt werden, meist ist jedoch ein Austausch sicherer und wirtschaftlicher.
  • Stahl-Ölwannen: Werden in der Regel komplett ersetzt, da Schweißen bei rostigem Material kaum hält.
  • Notlösung: Es gibt spezielles Flüssigmetall oder Knetmetall für eine provisorische Abdichtung, dies ist jedoch keine Dauerlösung und sollte nur genutzt werden, um die nächste Werkstatt zu erreichen.

Wichtig: Fahren Sie niemals mit einer gerissenen Ölwanne weiter, wenn massiv Öl austritt. Ein Motorschaden durch Ölmangel tritt oft innerhalb weniger Sekunden ein!