Was sind die häufigsten Ursachen für eine brennende Kopfhaut während des Färbevorgangs?

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Ein brennendes Gefühl auf der Kopfhaut während des Haarfärbens ist keine Seltenheit, sollte aber ernst genommen werden. Es gibt verschiedene Ursachen, die von einer leichten Reizung bis hin zu einer ernsthaften allergischen Reaktion reichen können.

Hier sind die häufigsten Ursachen:

1. Die chemischen Inhaltsstoffe (Oxidation)

Die meisten dauerhaften Haarfarben arbeiten mit einer Kombination aus Ammoniak und Wasserstoffperoxid.

  • Ammoniak: Öffnet die Schuppenschicht des Haares, ist aber stark alkalisch und kann die Haut reizen.
  • Wasserstoffperoxid (Entwickler): Dieser Stoff setzt Sauerstoff frei, um die natürlichen Pigmente abzubauen. Je höher der Prozentsatz des Entwicklers (z. B. 9 % oder 12 %), desto aggressiver ist er zur Kopfhaut.

2. Zu frisch gewaschenes Haar

Dies ist einer der häufigsten Fehler. Wenn Sie Ihr Haar unmittelbar vor dem Färben waschen, entfernen Sie den natürlichen Talgfilm (Schutzschicht) der Kopfhaut. Ohne diese Fettschicht liegt die Chemie direkt auf der Haut und den Poren, was zu starkem Brennen führen kann.

  • Tipp: Haare mindestens 24 bis 48 Stunden vor dem Färben nicht waschen.

3. Allergische Reaktionen (Kontaktallergie)

Einige Menschen reagieren allergisch auf bestimmte Farbstoffe. Der bekannteste Auslöser ist PPD (p-Phenylendiamin), das vor allem in dunklen Tönen vorkommt. Auch Resorcin oder Duftstoffe können Reaktionen auslösen.

  • Warnzeichen: Wenn das Brennen mit starkem Juckreiz, Schwellungen oder Rötungen einhergeht, die über den Haaransatz hinausgehen, handelt es sich meist um eine Allergie.

4. Kleine Verletzungen oder Reizungen der Kopfhaut

Schon winzige, unsichtbare Kratzer (z. B. durch zu starkes Bürsten oder Fingernägel beim Waschen) reichen aus, damit die Farbe in die Haut eindringen kann. Das verursacht ein stechendes oder brennendes Gefühl, ähnlich wie Desinfektionsmittel in einer Wunde.

5. Empfindliche oder trockene Kopfhaut

Wenn Ihre Kopfhaut ohnehin zu Trockenheit, Schuppen oder Ekzemen neigt, ist ihre Barrierefunktion gestört. Die Chemikalien können dann viel leichter Irritationen auslösen als bei einer gesunden, gut geölten Kopfhaut.

6. Zu lange Einwirkzeit oder Hitze

Wird die Farbe länger als empfohlen auf dem Kopf gelassen oder wird zusätzlich externe Hitze (z. B. durch eine Trockenhaube oder einen Föhn) angewendet, verstärkt dies die chemische Reaktion und kann zu Reizungen oder sogar chemischen Verbrennungen führen.


Was sollte man tun, wenn es brennt?

  1. Leichtes Kribbeln: Ist oft normal, besonders bei Blondierungen.
  2. Starkes Brennen oder Schmerz: Sofort ausspülen! Warten Sie nicht, bis die Einwirkzeit vorbei ist. Die Gesundheit der Kopfhaut geht vor.
  3. Nach dem Spülen: Wenn die Haut stark gerötet ist oder nässt, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Kühlen und milde, parfümfreie Pflegeprodukte verwenden.
  4. Prävention: Machen Sie vor dem nächsten Färben einen Allergietest (einen Klecks Farbe in der Armbeuge testen und 48 Stunden warten). Nutzen Sie beim nächsten Mal eventuell ammoniakfreie Farben oder lassen Sie die Farbe beim Friseur so auftragen, dass sie die Kopfhaut kaum berührt (z. B. Strähnchen-Techniken).

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keinen ärztlichen Rat. Bei schweren Reaktionen immer einen Arzt kontaktieren.

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