Was sind die häufigsten Fehler bei der Anwendung von Kondomen?

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Die korrekte Anwendung eines Kondoms ist entscheidend für seine Sicherheit. Trotz der einfachen Handhabung passieren im Alltag häufig Fehler, die das Risiko einer Schwangerschaft oder der Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) erhöhen.

Hier sind die häufigsten Fehler, unterteilt in die verschiedenen Phasen der Anwendung:

1. Fehler vor der Anwendung

  • Falsche Lagerung: Kondome im Portemonnaie, im Handschuhfach des Autos oder in der Hosentasche aufzubewahren, schadet dem Material. Reibung und Hitze machen das Latex spröde und rissig.
  • Ablaufdatum ignoriert: Ein abgelaufenes Kondom verliert seine Elastizität und reißt schneller.
  • Falsche Größe: Ein zu großes Kondom kann abrutschen; ein zu kleines kann platzen oder die Erektion stören.
  • Beschädigung beim Öffnen: Das Aufreißen der Packung mit den Zähnen oder einer Schere kann das Kondom unbemerkt beschädigen. Auch lange Fingernägel oder Schmuck sind Gefahrenquellen.

2. Fehler beim Überziehen

  • Zu spät aufgesetzt: Viele ziehen das Kondom erst kurz vor dem Samenerguss über. Das ist riskant, da bereits der „Lusttropfen“ Spermien und Krankheitserreger enthalten kann.
  • Luft im Reservoir: Die Spitze des Kondoms (das Reservoir) muss beim Abrollen zusammengedrückt werden, um die Luft zu entfernen. Bleibt dort Luft eingeschlossen, platzt das Kondom beim Samenerguss sehr leicht.
  • Falsch herum aufgesetzt: Wenn das Kondom falsch herum angesetzt und dann umgedreht wird, können bereits Spermien an der Außenseite haften. In diesem Fall sollte man ein neues Kondom nehmen.
  • Nicht ganz abgerollt: Das Kondom muss bis zum Ansatz des Penis abgerollt werden, um optimalen Halt zu bieten.

3. Fehler während des Verkehrs

  • Falsche Gleitmittel: Dies ist einer der gefährlichsten Fehler. Öl- oder fetthaltige Produkte (wie Bodylotion, Vaseline, Massageöl oder Babyöl) machen Latex-Kondome innerhalb von Sekunden porös und rissig. Es dürfen nur Gleitmittel auf Wasser- oder Silikonbasis verwendet werden.
  • Doppelt hält nicht besser: Die Verwendung von zwei Kondomen gleichzeitig („Double Bagging“) führt durch die starke Reibung dazwischen fast zwangsläufig dazu, dass beide reißen.

4. Fehler nach dem Samenerguss

  • Zu später Rückzug: Wenn der Penis nach dem Samenerguss schlaff wird, sitzt das Kondom nicht mehr fest. Wenn man zu lange wartet, kann Sperma am Rand auslaufen oder das Kondom in der Partnerin/dem Partner stecken bleiben.
  • Den Rand nicht festhalten: Beim Herausziehen des Penis muss der Gummiring am Schaft festgehalten werden, damit das Kondom nicht abrutscht.
  • Wiederverwendung: Kondome sind Einmalprodukte. Sie dürfen niemals gereinigt oder ein zweites Mal benutzt werden.

Zusammenfassung: Worauf sollte man achten?

  1. Check: Haltbarkeit und Unversehrtheit der Packung (Luftpolster-Test).
  2. Vorsicht: Packung vorsichtig mit den Fingern öffnen.
  3. Pinchen: Reservoir zusammendrücken, bevor man es aufsetzt.
  4. Gleitmittel: Nur kondomverträgliche Produkte nutzen.
  5. Timing: Rechtzeitig überziehen und rechtzeitig (bevor der Penis schlaff wird) wieder herausziehen.

Wenn ein Kondom reißt oder abrutscht, sollte bei bestehendem Schwangerschaftsrisiko schnellstmöglich (idealerweise innerhalb von 24 Stunden) ein Arzt oder eine Apotheke aufgesucht werden („Pille danach“). Bei Risiko einer Infektion ist ein Test beim Arzt ratsam.