Was passiert mit dem Restguthaben, wenn eine Karte abläuft?

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Das kommt ganz darauf an, um welche Art von Karte es sich handelt. In Deutschland gibt es hierfür unterschiedliche rechtliche Regelungen.

Hier sind die wichtigsten Szenarien:

1. Prepaid-Kreditkarten (Visa, Mastercard etc.)

Wenn das aufgedruckte Gültigkeitsdatum einer Prepaid-Kreditkarte abläuft, verfällt das Geld nicht.

  • Folgekarte: In der Regel schickt die Bank automatisch eine neue Karte zu, auf die das Guthaben übertragen wird.
  • Auszahlung: Wenn Sie keine neue Karte möchten, muss die Bank Ihnen das Restguthaben auszahlen.
  • Gebühren: Die Bank darf für die Auszahlung des Guthabens nach Vertragsende meist keine Gebühren verlangen (laut EU-E-Geld-Richtlinie), es sei denn, dies wurde spezifisch und rechtmäßig im Vertrag vereinbart (was oft vor Gericht angefochten wird).

2. Geschenkkarten und Gutscheine (z. B. Amazon, Douglas, IKEA)

Hier ist die rechtliche Lage etwas anders, da Gutscheine der regelmäßigen Verjährungsfrist unterliegen.

  • Gültigkeit: In Deutschland sind Gutscheine in der Regel 3 Jahre lang gültig (gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem sie gekauft wurden).
  • Beispiel: Ein im Juni 2024 gekaufter Gutschein ist bis zum 31.12.2027 gültig.
  • Ablauf: Wenn die Karte nach dieser Frist abläuft, verfällt das Guthaben tatsächlich und der Händler muss es nicht mehr erstatten.
  • Kürzere Fristen: Händler dürfen die Frist in AGB manchmal verkürzen (z. B. auf 1 oder 2 Jahre), aber nur, wenn dies den Kunden nicht unangemessen benachteiligt. Ist die Frist zu kurz, gilt wieder die 3-Jahres-Regel.

3. Prepaid-SIM-Karten (Mobilfunk)

Wenn eine SIM-Karte wegen Nichtnutzung deaktiviert wird oder abläuft:

  • Guthaben bleibt Eigentum des Kunden: Das restliche Guthaben darf nicht einfach einbehalten werden.
  • Auszahlung: Sie haben nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) das Recht, sich das Restguthaben auf Ihr Bankkonto auszahlen zu lassen.
  • Gebühren: Der Anbieter darf für diese Auszahlung keine Gebühr verlangen.

4. Geldkarte / Girogo (Chip auf der Bankkarte)

Bei den alten Chip-basierten Systemen, bei denen Geld direkt auf dem Kartenchip gespeichert war:

  • Das Guthaben ist an die physische Karte gebunden. Wenn die Karte abläuft, können Sie das Guthaben bei Ihrer Bank am Terminal oder am Schalter auf Ihr Konto umbuchen lassen.

5. Kundenkarten mit Bezahlfunktion (z. B. Payback, Tankkarten)

Hier gelten meist die individuellen AGB des Anbieters. Oft wird das Guthaben bei Kartenerneuerung automatisch übertragen. Wenn das Konto jedoch gelöscht wird, können Punkte oder Guthaben nach einer gewissen Frist verfallen.


Was sollten Sie tun?

  1. Rechtzeitig prüfen: Schauen Sie auf das Ablaufdatum der Karte.
  2. Kontakt aufnehmen: Wenn die Karte abgelaufen ist, schreiben Sie den Kundenservice an und fordern Sie unter Angabe der Kartennummer die Übertragung auf eine neue Karte oder die Auszahlung auf Ihr Konto.
  3. Fristen beachten: Warten Sie bei Gutscheinen nicht länger als drei Jahre.

Zusammenfassend: Das Geld gehört Ihnen. Nur bei Gutscheinen kann es nach Ablauf der Verjährungsfrist (3 Jahre) dauerhaft verloren gehen. Bei Bank- und Telefonkarten haben Sie fast immer einen Anspruch auf Rückzahlung.

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