Was kann man tun, wenn die Magnetisierung der Schraubendreherspitzen nachgelassen hat?
Wenn die Magnetisierung eines Schraubendrehers nachgelassen hat, kannst du sie ganz einfach mit verschiedenen Methoden wiederherstellen oder sogar verstärken. Hier sind die besten Möglichkeiten:
1. Die einfachste Methode: Ein Permanentmagnet
Du kannst einen handelsüblichen starken Magneten (am besten einen Neodym-Magneten, wie man sie oft an Pinnwänden oder in alten Festplatten findet) verwenden.
- So geht’s: Streiche mit dem Magneten mehrmals kräftig in eine Richtung über die Spitze des Schraubendrehers (z. B. vom Griff weg zur Spitze hin).
- Wichtig: Führe den Magneten am Ende des Zuges in einem weiten Bogen vom Werkzeug weg und setze ihn wieder oben an. Streiche nicht hin und her, da dies die Ausrichtung der Elementarmagnete im Metall wieder durcheinanderbringt und den Effekt neutralisiert.
- Wiederhole den Vorgang etwa 10 bis 20 Mal.
2. Die Profilösung: Ein Magnetisiergerät
Es gibt kleine, kostengünstige Kunststoffblöcke (oft „Magnetisierer/Entmagnetisierer“ genannt), die nur wenige Euro kosten.
- Magnetisieren: Stecke die Spitze des Schraubendrehers in die Öffnung, die mit einem Plus (+) oder „Magnetize“ gekennzeichnet ist. Meist reicht ein kurzes Hin- und Herbewegen oder einmaliges Durchstecken.
- Vorteil: Diese Geräte können das Werkzeug bei Bedarf auch wieder entmagnetisieren (durch die Öffnung mit dem Minus-Zeichen). Das ist nützlich, wenn du an Geräten arbeitest, bei denen keine Metallspäne angezogen werden sollen (z. B. feine Mechanik).
3. Die Notlösung: Ein Lautsprechermagnet
Falls du keinen kleinen Magneten zur Hand hast, tut es auch die Rückseite eines alten Lautsprechers. Diese enthalten sehr starke Ringmagnete. Gehe hier genauso vor wie in Methode 1 beschrieben.
Warum verliert ein Schraubendreher seine Magnetkraft?
Es hilft zu wissen, was die Magnetisierung zerstört, um sie länger zu erhalten:
- Erschütterungen: Wenn der Schraubendreher oft auf harten Boden fällt oder man ihn als Meißel-Ersatz nutzt (mit dem Hammer hinten draufschlägt), ordnen sich die Elementarmagnete im Inneren ungeordnet an – die Magnetkraft schwindet.
- Hitze: Starke Erwärmung (z. B. durch einen Schleifbock oder Schweißen) löscht die Magnetisierung.
- Andere Magnetfelder: Die Nähe zu starken Wechselstromfeldern kann das Werkzeug entmagnetisieren.
Profi-Tipp für zwischendurch:
Wenn du gerade keinen Magneten hast, aber eine Schraube an einer engen Stelle festhalten musst, hilft ein winziger Klecks Fett oder Vaseline an der Spitze des Schraubendrehers. Das „klebt“ die Schraube kurzzeitig fest genug an die Klinge, um sie einzuführen.