Was kann man gegen das schmerzhafte Einwachsen von Zehennägeln tun?

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Ein eingewachsener Zehennagel (Unguis incarnatus) ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann sich auch schnell entzünden. Je nachdem, wie weit der Prozess fortgeschritten ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten – von Hausmitteln bis hin zum ärztlichen Eingriff.

Hier ist ein Überblick, was man tun kann:

1. Sofortmaßnahmen & Hausmittel (bei leichten Beschwerden)

Wenn der Nagel gerade erst anfängt zu drücken und noch kein Eiter sichtbar ist:

  • Fußbäder: Baden Sie den Fuß 2–3 Mal täglich für etwa 10–20 Minuten in warmem Wasser. Zusätze wie Kernseife, Kamille oder Salbei wirken entzündungshemmend und weichen die Haut sowie den Nagel auf.
  • Antiseptische Salben: Nach dem Fußbad können Sie eine entzündungshemmende Salbe (z. B. mit dem Wirkstoff Povidon-Jod oder eine spezielle „Zugsalbe“ aus der Apotheke) auftragen und den Zeh locker verbinden.
  • Druckentlastung durch Taping (Pflasterzügel-Methode): Kleben Sie ein schmales Pflaster so zwischen den Nagelrand und den entzündeten Hautwall, dass das Fleisch sanft vom Nagel weggezogen wird. Das schafft Platz und nimmt den Druck.

2. Professionelle Hilfe (Podologie)

Wenn Hausmittel nach 2–3 Tagen keine Besserung bringen, ist der Gang zum Podologen (medizinischer Fußpfleger) ratsam.

  • Nagelkorrekturspange (Orthonyxie): Dies ist eine sehr effektive, schmerzfreie Methode. Eine kleine Spange (ähnlich einer Zahnspange) wird auf den Nagel gesetzt. Sie hebt die Ränder des Nagels leicht an, sodass er gesund aus dem Nagelfalz herauswachsen kann. Die Kosten werden bei medizinischer Notwendigkeit oft von der Krankenkasse übernommen.
  • Tamponaden: Der Podologe schiebt einen winzigen Vliesstreifen unter den Nagelrand, um den Druck zu nehmen.

3. Wann zum Arzt?

Sollten folgende Symptome auftreten, müssen Sie zum Hausarzt oder Chirurgen:

  • Starke, pochende Schmerzen.
  • Deutliche Rötung, Schwellung und Überwärmung.
  • Eiterbildung.
  • Wildes Fleisch (Granulationsgewebe), das über den Nagel wuchert.
  • Wichtig: Diabetiker oder Menschen mit Durchblutungsstörungen sollten bei Nagelproblemen immer sofort zum Arzt gehen!

4. Was Sie NICHT tun sollten

  • Keine "Badezimmer-Chirurgie": Versuchen Sie nicht, mit einer Schere tief in die entzündete Ecke zu schneiden. Das macht es meist schlimmer, da kleine Nagelsporn-Reste zurückbleiben können, die sich noch tiefer ins Fleisch bohren.
  • Den Nagel nicht rund schneiden: Das ist die häufigste Ursache für das Einwachsen.

5. Vorbeugung (Damit es nicht wieder passiert)

  • Richtig schneiden: Schneiden Sie Zehennägel immer gerade und niemals rund an den Ecken. Die Nagelecken sollten frei liegen und nicht in den Hautwall gezwungen werden.
  • Passendes Schuhwerk: Zu enge Schuhe oder zu hohe Absätze drücken die Zehen zusammen und fördern das Einwachsen.
  • Fußpflege: Halten Sie die Haut geschmeidig, damit sie nicht so leicht einreißt.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

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