Was ist zu tun, wenn das Spray einen starken Würgereflex bei der Anwendung auslöst?
Ein starker Würgereflex bei der Anwendung von Rachensprays ist ein häufiges Problem, da der Körper versucht, die Atemwege vor Fremdkörpern zu schützen. Es gibt jedoch einige Techniken und Kniffe aus der Medizin und Logopädie, um diesen Reflex zu überlisten.
Hier sind die effektivsten Tipps:
1. Die richtige Anwendungstechnik
- Nicht direkt auf das Zäpfchen zielen: Zielen Sie mit dem Sprühkopf eher auf die seitlichen Rachenwände oder die Wangeninnenseite im hinteren Bereich. Wenn der Strahl direkt auf das Zäpfchen (Uvula) oder die hintere Rachenwand trifft, wird der Reflex sofort ausgelöst.
- Kopf leicht nach vorne neigen: Viele neigen den Kopf weit nach hinten, was den Rachen öffnet und den Reflex begünstigt. Versuchen Sie, den Kopf gerade zu halten oder sogar das Kinn leicht Richtung Brust zu senken.
- Zunge flach halten: Versuchen Sie, die Zunge entspannt unten im Mund liegen zu lassen, anstatt sie aktiv nach unten zu drücken (das spannt die Muskeln an).
2. Atemtricks (Physiologische Hemmung)
- Durch die Nase ausatmen: Atmen Sie während des Sprühens sanft und gleichmäßig durch die Nase aus. Dies verhindert, dass das Spray eingeatmet wird und beruhigt den Rachen.
- Summen: Versuchen Sie, während des Sprühens ein tiefes Summen („Mmmh“) zu erzeugen. Das Summen sorgt dafür, dass sich der weiche Gaumen senkt und der Würgereflex mechanisch gehemmt wird.
3. Der „Daumen-Trick“ (Akupressur/Ablenkung)
Ein bekannter Trick aus der Zahnmedizin: Umschließen Sie Ihren linken Daumen mit den anderen Fingern derselben Hand zu einer Faust und drücken Sie fest zu. Dies kann bei vielen Menschen den Würgereflex kurzzeitig unterdrücken (der genaue neurologische Mechanismus ist umstritten, aber die Ablenkung und der Reiz am Daumen helfen oft).
4. Den Rachen desensibilisieren
- Eiswürfel: Lutschen Sie kurz vor der Anwendung einen Eiswürfel. Die Kälte betäubt die Nervenenden im Rachenraum leicht, was die Empfindlichkeit verringert.
- Schluck Wasser: Trinken Sie unmittelbar vor der Anwendung einen kleinen Schluck kaltes Wasser, um den Bereich zu befeuchten.
5. Psychologische Ablenkung
- Konzentrieren Sie sich auf etwas völlig anderes, zum Beispiel darauf, mit den Zehen im Schuh zu wackeln oder eine Rechenaufgabe im Kopf zu lösen. Der Würgereflex wird oft durch die Erwartungsangst verstärkt.
6. Alternativen in Betracht ziehen
Wenn gar nichts hilft und die Anwendung zur Qual wird, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über Alternativen sprechen:
- Lutschtabletten: Diese enthalten oft die gleichen Wirkstoffe und wirken meist ebenso gut.
- Gurgellösungen: Hiermit wird der hintere Rachenraum erreicht, ohne dass ein direkter Sprühstoß nötig ist.
- Tropfen: Manchmal ist es einfacher, das Medikament in Tropfenform einzunehmen.
Wichtig: Wenn der Würgereflex so stark ist, dass Sie keine Medikamente mehr einnehmen können oder wenn Sie zusätzlich Atemnot verspüren, halten Sie bitte Rücksprache mit einem Arzt. Es könnte auch eine Überempfindlichkeit gegen einen Inhaltsstoff vorliegen.