Was ist ein Durchlauferhitzer und wie unterscheidet er sich von einem Warmwasserspeicher?

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Der wesentliche Unterschied zwischen einem Durchlauferhitzer und einem Warmwasserspeicher (auch Boiler genannt) liegt in der Art und Weise, wie das Wasser erwärmt und bereitgestellt wird: „Just-in-time“ vs. „Auf Vorrat“.

Hier ist eine detaillierte Gegenüberstellung:


1. Der Durchlauferhitzer (Das „Sofort-Prinzip“)

Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser erst in dem Moment, in dem du den Wasserhahn aufdrehst. Das kalte Wasser fließt durch das Gerät, wird dabei an Heizelementen vorbeigeführt und kommt warm aus der Leitung.

  • Funktionsweise: Sensoren erkennen den Wasserfluss und schalten die Heizleistung (meist elektrisch oder per Gas) sofort ein.
  • Vorteile:
    • Keine Wärmeverluste: Da kein Wasser gespeichert wird, geht keine Energie durch Abkühlung verloren.
    • Unbegrenzt warmes Wasser: Es geht nie „leer“. Solange der Hahn offen ist, wird geheizt.
    • Platzsparend: Die Geräte sind sehr kompakt und hängen oft direkt im Bad oder unter der Spüle.
    • Hygienisch: Da kein Wasser steht, gibt es kaum Probleme mit Legionellen.
  • Nachteile:
    • Hohe Anschlussleistung: Elektrische Geräte benötigen Starkstrom (bis zu 27 kW), um Wasser in Sekundenschnelle zu erhitzen.
    • Begrenzte Menge pro Minute: Wenn man mehrere Hähne gleichzeitig öffnet, sinkt oft die Temperatur oder der Wasserdruck.

2. Der Warmwasserspeicher (Das „Vorrats-Prinzip“)

Ein Warmwasserspeicher hält eine bestimmte Menge Wasser (z. B. 80, 150 oder 300 Liter) dauerhaft auf einer eingestellten Temperatur bereit.

  • Funktionsweise: Das Wasser im Tank wird durch eine Heizschlange (verbunden mit der Zentralheizung, Solarthermie oder Wärmepumpe) oder einen elektrischen Heizstab erwärmt. Eine Isolierung hält die Wärme im Tank.
  • Vorteile:
    • Hoher Komfort: Man kann an mehreren Stellen gleichzeitig viel warmes Wasser zapfen (z. B. zwei Duschen gleichzeitig), ohne dass die Temperatur schwankt.
    • Nutzung verschiedener Energiequellen: Kann problemlos mit Solaranlagen, Wärmepumpen oder Holzheizungen kombiniert werden.
    • Geringe Anschlussleistung: Er heizt das Wasser langsam auf, benötigt also keine extrem hohen Stromspitzen.
  • Nachteile:
    • Bereitstellungsverluste: Trotz Isolierung verliert der Tank über die Zeit Wärme, die nachgeheizt werden muss (Energieverbrauch ohne Nutzung).
    • Platzbedarf: Die Speicher sind groß und benötigen oft einen eigenen Technikraum.
    • Begrenzte Menge: Ist der Speicher leer geduscht, dauert es eine Weile, bis wieder warmes Wasser zur Verfügung steht.
    • Hygiene: Bei niedrigen Temperaturen im Speicher besteht die Gefahr von Legionellenbildung.

Die Unterschiede im Überblick

Merkmal Durchlauferhitzer Warmwasserspeicher
Platzbedarf Sehr gering (Wandgerät) Hoch (Standgerät/Tank)
Energieverlust Fast null (nur bei Nutzung) Stillstandsverluste durch Abkühlung
Wassermenge Unbegrenzt, aber langsam Begrenzt (Tankinhalt), aber hoher Druck
Energiequelle Meist Strom oder Gas Zentralheizung, Solar, Wärmepumpe, Strom
Hygiene Sehr sicher (Frischwasser) Wartung nötig (Legionellenschutz)
Gleichzeitigkeit Schwierig bei mehreren Zapfstellen Problemlos möglich

Fazit: Was ist besser?

  • Ein Durchlauferhitzer eignet sich ideal für Wohnungen, Gäste-WCs oder Orte, an denen nur unregelmäßig oder in kleineren Mengen Wasser benötigt wird. Er ist in der Anschaffung meist günstiger und spart Platz.
  • Ein Warmwasserspeicher ist die bessere Wahl für Familienhaushalte mit hohem Komfortanspruch (z. B. große Badewannen, mehrere Badezimmer) und wenn das Wasser über die moderne Zentralheizung oder erneuerbare Energien kostengünstig miterwärmt werden soll.