Was ist die Ursache dafür, dass ein Seitenschneider den Draht nur quetscht, anstatt ihn sauber durchzutrennen?

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Wenn ein Seitenschneider den Draht nur quetscht oder verformt, anstatt ihn glatt zu trennen, können dafür verschiedene Ursachen verantwortlich sein. Hier sind die häufigsten Gründe:

1. Stumpfe Schneiden (Abnutzung)

Dies ist die häufigste Ursache. Durch häufigen Gebrauch, besonders wenn Materialien geschnitten wurden, für die das Werkzeug nicht ausgelegt ist, verlieren die Schneidkanten ihre Schärfe. Eine stumpfe Schneide dringt nicht mehr in das Material ein, sondern drückt es nur noch zusammen.

2. Scharten in der Schneide

Wenn man versucht hat, einen zu harten Draht (z. B. gehärteten Federstahl oder einen Nagel) mit einem einfachen Seitenschneider zu trennen, entstehen oft winzige Ausbrüche oder Scharten in der Klinge. An diesen Stellen liegt die Schneide nicht mehr plan auf dem Draht auf, was dazu führt, dass der Draht dort nur gequetscht wird.

3. Spiel im Gelenk (Ausgeschlagenes Gelenk)

Wenn das Gelenk des Seitenschneiders locker ist (man nennt das auch „ausgeschlagen“), können sich die beiden Schneidkanten beim Zudrücken seitlich aneinander vorbeischieben oder verkannten. Anstatt genau aufeinanderzutreffen, entsteht ein minimaler Versatz, durch den der Draht in den Zwischenraum gezogen und gequetscht wird.

4. Fehlende Fluchtung (Lichtspalt)

Bei minderwertigen Werkzeugen oder durch Überlastung (Verbiegen der Zangenschenkel) treffen die Schneiden nicht mehr perfekt parallel aufeinander. Halten Sie den Seitenschneider geschlossen gegen das Licht:

  • Siehst du einen Lichtspalt zwischen den Schneiden? Dann können sie nicht sauber trennen.
  • Oft berühren sich die Schneiden nur an der Spitze oder nur hinten am Gelenk.

5. Falsches Material für das Werkzeug

Seitenschneider sind für unterschiedliche Härtegrade optimiert:

  • Weicher Draht: Kupfer, Aluminium, weiches PVC.
  • Harter Draht: Stahldraht.
  • Pianodraht: Hochfester Federstahl. Wenn du mit einem Seitenschneider für weichen Draht (oft im Elektronikbereich genutzt) einen harten Stahldraht schneidest, geben die Schneiden elastisch oder plastisch nach – sie „beißen“ nicht, sondern quetschen nur.

6. Minderwertige Materialqualität des Werkzeugs

Günstige Seitenschneider bestehen oft aus weicherem Stahl, der nicht ausreichend gehärtet wurde (induktives Härten der Schneiden fehlt). Diese Werkzeuge verformen sich bereits bei normalem Gebrauch so stark, dass die Schneidfähigkeit schnell verloren geht.

7. Zu dicker Draht

Jeder Seitenschneider hat eine maximale Kapazität. Wenn der Draht zu dick ist, reicht die Hebelwirkung nicht aus, um genügend Druck auf die Schneidkanten auszuüben, damit diese das Material durchdringen. Man drückt dann nur die Oberfläche ein.


Was kann man tun?

  • Prüfung: Halte die Zange geschlossen gegen eine Lichtquelle. Wenn Licht durch die Schneiden scheint, ist sie meist reif für den Schrott oder muss nachgeschliffen werden.
  • Nachschleifen: Bei hochwertigen Werkzeugen kann man vorsichtig mit einer feinen Feile oder einem Schleifstein die Außenseiten der Schneiden nachschärfen (niemals die Innenseiten, die aufeinandertreffen!).
  • Ölen: Manchmal hilft ein Tropfen Öl im Gelenk, damit die Zange wieder präziser schließt.
  • Neuanschaffung: Wenn das Gelenk Spiel hat, lässt sich das meist nicht reparieren. In diesem Fall empfiehlt sich der Kauf eines Qualitätsprodukts (z. B. von Knipex, Wiha oder Hazet), da diese Schneiden speziell gehärtet sind und das Gelenk deutlich länger spielfrei bleibt.