Was ist der technische Unterschied zwischen einem einfachen Spreizdübel und einem Universaldübel bei der Anwendung in Hohlsteinen?

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Der technische Hauptunterschied zwischen einem einfachen Spreizdübel und einem Universaldübel liegt in der Art der Kraftübertragung und der Verformung des Dübelkörpers, sobald er auf einen Hohlraum trifft.

Hier ist die detaillierte technische Analyse für die Anwendung in Hohlsteinen:

1. Der einfache Spreizdübel: Kraftschluss (Reibung)

Ein klassischer Spreizdübel (z. B. der typische graue Nylondübel mit zwei Spreizflügeln) ist primär für Vollbaustoffe (Beton, Vollziegel) konstruiert.

  • Funktionsweise: Beim Eindrehen der Schraube wird der Dübelkörper auseinandergedrückt. Er presst sich gegen die Bohrlochwandung.
  • Problem im Hohlstein: Trifft der Spreizbereich des Dübels auf eine Kammer (Hohlraum) im Stein, spreizen sich die Flügel ins Leere. Da kein Gegendruck durch festes Material vorhanden ist, kann keine Reibungskraft aufgebaut werden.
  • Folge: Der Dübel hält nur an den dünnen Stegen des Steins. Die Belastbarkeit ist extrem gering, und der Dübel dreht sich oft beim Festziehen der Schraube mit oder rutscht heraus.

2. Der Universaldübel: Formschluss (Verknotung)

Der Universaldübel (bekannt geworden durch Marken wie TOX oder Fischer UX) ist so konstruiert, dass er sich an die Beschaffenheit des Untergrunds anpasst.

  • Funktionsweise im Vollbaustoff: Er verhält sich wie ein Spreizdübel und dehnt sich aus (Kraftschluss).
  • Funktionsweise im Hohlstein (Der entscheidende Unterschied): Sobald die Schraube in den Dübel eindringt und die Spitze des Dübels nach hinten zieht, beginnt der Dübelkörper sich im Hohlraum aufzuwickeln oder zu verknoten.
  • Technik: Der Kunststoff legt sich als dicker Wulst hinter die erste oder zweite Stegschicht des Hohlsteins. Man spricht hier von Formschluss. Der Dübel kann nicht mehr durch das Bohrloch zurückgezogen werden, weil der "Knoten" größer ist als der Bohrlochdurchmesser.
  • Folge: Er bietet einen sicheren Halt, selbst wenn das Material des Steins porös oder von Hohlkammern durchsetzt ist.

Der technische Vergleich auf einen Blick

Merkmal Spreizdübel Universaldübel
Wirkprinzip Rein Kraftschlüssig (Reibung) Kraft- und Formschlüssig
Verhalten im Hohlraum Spreizt wirkungslos ins Leere Verknotet / Verkrallt sich hinter dem Steg
Halskonstruktion Oft durchgehend spreizend Meist mit spreizdruckfreiem Hals (schützt Putz)
Verdrehsicherung Meist schwach ausgeprägt Ausgeprägte Flügel verhindern Mitdrehen im Hohlraum
Eignung Hohlstein Nicht empfohlen (Gefahr des Versagens) Sehr gut geeignet

Fazit für die Praxis

In einem Hohlstein (z.B. Hochlochziegel oder Hohlblock aus Beton) ist ein einfacher Spreizdübel technisch unzureichend, da er auf die Solidität des Materials angewiesen ist. Der Universaldübel hingegen nutzt seine Fähigkeit zur Geometrieänderung (Verknotung), um eine mechanische Barriere zu bilden, die ein Herausziehen verhindert.

Zusatztipp: Bei Hohlsteinen ist es zudem wichtig, ohne Schlag zu bohren, damit die filigranen Stege im Inneren des Steins nicht zertrümmert werden. Nur so findet der Universaldübel genügend intakte Flächen zum Verknoten.