Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Innenputz und Außenputz bei der Zusammensetzung von Putzmörteln?
Der grundlegende Unterschied zwischen Innen- und Außenputz liegt in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse und der daraus resultierenden Wahl der Bindemittel.
Während Innenputze primär ästhetische und feuchtigkeitsregulierende Aufgaben haben, müssen Außenputze als "Schutzschild" gegen Regen, Frost, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen fungieren.
Hier sind die Details der Unterschiede in der Zusammensetzung:
1. Die Bindemittel (Der wichtigste Unterschied)
Das Bindemittel bestimmt, wie hart der Putz wird und wie er auf Wasser reagiert.
- Innenputz: Hier wird häufig Gips (z. B. Gipsputz oder Kalk-Gips-Putz) verwendet. Gips ist hervorragend zu verarbeiten und sorgt für glatte Oberflächen. Aber: Gips ist nicht wasserfest. Er saugt Feuchtigkeit auf und würde im Außenbereich bei Regen aufweichen und zerstört werden.
- Außenputz: Hier kommen hydraulische Bindemittel zum Einsatz, primär Zement und Kalk. Diese Stoffe härten auch unter Wasser aus und bleiben nach der Erhärtung wasserunlöslich und extrem widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen.
2. Wasseraufnahme und Hydrophobierung
- Innenputz: Er soll oft diffusionsoffen sein, um Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und später wieder abzugeben (Pufferfunktion). Er ist in der Regel nicht wasserabweisend eingestellt.
- Außenputz: Er muss "hydrophobiert" sein. Das bedeutet, dass dem Mörtel chemische Zusätze beigemischt werden, die bewirken, dass Regenwasser an der Oberfläche abperlt (Lotuseffekt), anstatt in das Mauerwerk einzuziehen. Dennoch muss er dampfdurchlässig bleiben, damit Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen kann.
3. Elastizität und Temperatur
- Außenputz: Er ist extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt (von -20 °C im Winter bis +60 °C bei direkter Sonneneinstrahlung im Sommer). Daher enthalten moderne Außenputze (besonders Kunstharz- oder Silikonharzputze) oft mehr Zusatzmittel (Polymere), die den Putz elastischer machen, um Spannungsrisse zu vermeiden.
- Innenputz: Die Temperaturen in Innenräumen sind meist konstant, weshalb die Elastizität eine untergeordnete Rolle spielt.
4. Schutz vor Mikroorganismen
- Außenputz: Da er ständig feucht werden kann, werden Außenputzen oft Biozide (Algizide/Fungizide) zugesetzt, um den Befall durch Algen oder Pilze an der Fassade zu verhindern.
- Innenputz: Hier wird auf solche Chemie weitgehend verzichtet, um die Wohngesundheit nicht zu beeinträchtigen. Stattdessen setzt man auf einen hohen Kalkanteil, der durch seinen hohen pH-Wert natürlich gegen Schimmel wirkt.
Zusammenfassung der gängigen Mörtelarten:
| Merkmal | Innenputz | Außenputz |
|---|---|---|
| Typische Bindemittel | Gips, Kalk, Lehm | Zement, Kalk, Kunstharz, Silikonharz |
| Wasserbeständigkeit | Gering (löslich bei Dauerfeuchte) | Hoch (wasserunlöslich) |
| Härte | Eher weich, gut schleifbar | Sehr hart und stoßfest |
| Zusätze | Verzögerer (für längere Verarbeitung) | Hydrophobierungsmittel, UV-Schutz, Biozide |
Fazit: Man darf niemals Gipsputz außen verwenden. Umgekehrt könnte man einen Außenputz (Zementputz) zwar innen verwenden (z. B. im Keller oder in der Dusche), er ist jedoch schwieriger zu verarbeiten und bietet nicht das wohnklimatische Wohlbefinden eines Gips- oder Kalkputzes.