Was genau ist Kieselerde und woraus besteht sie?

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Kieselerde ist ein Sammelbegriff für Mineralien und Sedimente, die einen sehr hohen Anteil an Silicium (genauer: Siliciumdioxid) aufweisen. Sie wird seit langer Zeit als Nahrungsergänzungsmittel für Haut, Haare und Nägel sowie für industrielle Zwecke verwendet.

Hier sind die Details zur Zusammensetzung und Herkunft:

1. Woraus besteht Kieselerde?

Der Hauptbestandteil von Kieselerde ist Siliciumdioxid ($SiO_2$). In der Natur kommt dies meist in Verbindung mit Wasser vor (als sogenanntes Siliciumdioxid-Hydrat).

  • Silicium: Das ist das chemische Element, das nach Sauerstoff das zweithäufigste Element in der Erdkruste ist.
  • Sauerstoff: Er verbindet sich mit dem Silicium zum Oxid.

2. Wie entsteht sie?

Die meiste heute verkaufte Kieselerde wird aus Kieselgur gewonnen. Kieselgur besteht aus den fossilen Überresten von Kieselalgen (Diatomeen).

  • Diese mikroskopisch kleinen Algen lebten vor Millionen von Jahren in Meeren und Seen.
  • Sie besaßen eine schützende Hülle aus Siliciumdioxid.
  • Nachdem die Algen starben, sanken ihre Hüllen auf den Grund und bildeten dicke Ablagerungen, die heute abgebaut werden.

3. Was ist der Unterschied zu Silicea?

In der Apotheke oder im Reformhaus findet man oft auch Begriffe wie „Silicea“ oder „Kieselsäure“.

  • Kieselsäure ist die wasserlösliche Form des Siliciumdioxids. Sie kann vom Körper theoretisch besser aufgenommen werden als das feste Pulver der herkömmlichen Kieselerde.
  • Kieselerde ist eher der grobe Überbegriff für das mineralische Pulver.

4. Wofür wird sie verwendet?

  • Gesundheit & Beauty: Kieselerde wird oft als Kur für festere Fingernägel, kräftigeres Haar und strafferes Bindegewebe eingenommen. Silicium ist ein wichtiger Baustoff für den Körper.
  • Industrie: Aufgrund ihrer feinen Struktur wird Kieselgur (Kieselerde) als Filtermedium (z. B. bei der Bierherstellung), als Schleifmittel in Zahnpasta oder als Isolierstoff verwendet.

5. Kritik und Wissenschaft

Obwohl Kieselerde sehr beliebt ist, gibt es zwei wichtige Punkte zu beachten:

  1. Wirksamkeit: Die wissenschaftliche Beweislage, dass die Einnahme von Kieselerde tatsächlich die Qualität von Haaren und Nägeln bei gesunden Menschen verbessert, ist dünn. Viele Experten raten eher zu einer siliziumreichen Ernährung (z. B. durch Hafer, Hirse oder Vollkornprodukte).
  2. Reinheit: In der Vergangenheit gab es Berichte, dass manche Kieselerde-Präparate Anteile von Quarz oder Cristobalit enthielten, was bei langfristiger, sehr hoher Dosierung die Nieren belasten könnte. Man sollte daher auf hochwertige Produkte achten.

Zusammenfassend: Kieselerde ist im Grunde fossiles Algenpulver, das fast ausschließlich aus Siliciumdioxid besteht.