Was bedeuten die verschiedenen Nassabriebklassen bei Wandfarben?

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Die Nassabriebklassen geben an, wie widerstandsfähig eine Wandfarbe gegenüber mechanischem Abrieb ist – also wie gut man sie mit einem feuchten Tuch oder einer Bürste reinigen kann, ohne dass die Farbschicht beschädigt wird oder abfärbt.

Geregelt wird dies in der europäischen Norm DIN EN 13300. Es gibt insgesamt fünf Klassen, wobei Klasse 1 die beste und Klasse 5 die schlechteste ist.

Hier ist die Übersicht der einzelnen Klassen und was sie für die Praxis bedeuten:


1. Klasse 1: Höchste Widerstandsfähigkeit

  • Eigenschaft: Diese Farben sind extrem strapazierfähig und abriebfest.
  • Reinigung: Man kann sie problemlos mit Reinigungsmitteln und einer Bürste schrubben.
  • Einsatzort: Überall dort, wo Wände stark beansprucht werden: Flure, Treppenhäuser, Kinderzimmer, öffentliche Gebäude oder Arztpraxen.
  • Technik: Der Abrieb beträgt bei 200 Scheuerzyklen weniger als 5 Mikrometer (µm).

2. Klasse 2: Hoch scheuerbeständig

  • Eigenschaft: Sehr hochwertige Wohnraumfarbe. Sie ist ebenfalls sehr belastbar.
  • Reinigung: Verschmutzungen lassen sich gut mit einem feuchten Schwamm und neutralem Reiniger entfernen, ohne dass die Farbe glänzend wird („aufpoliert“).
  • Einsatzort: Küche, Badezimmer und Wohnzimmer. Es ist der Standard für gute Qualitätsfarben im Baumarkt oder Fachhandel.
  • Technik: Abrieb zwischen 5 und 20 µm bei 200 Scheuerzyklen.

3. Klasse 3: Waschbeständig

  • Eigenschaft: Die Farbe ist „waschbeständig“. Das bedeutet, sie hält einer vorsichtigen Reinigung stand.
  • Reinigung: Leichte Verschmutzungen können vorsichtig feucht abgewischt werden. Reibt man zu fest, hat man jedoch schnell Farbe am Lappen oder erzeugt glänzende Stellen.
  • Einsatzort: Wohn- oder Schlafzimmer, an Wänden, die kaum berührt werden (z. B. Decken).
  • Technik: Abrieb zwischen 20 und 70 µm bei 200 Scheuerzyklen.

4. Klasse 4: Geringe Beständigkeit

  • Eigenschaft: Diese Farben sind kaum belastbar. Wenn man mit einem feuchten Tuch darüber wischt, löst sich oft schon die Farbe.
  • Einsatzort: Keller, Lagerräume oder Garagen – Orte, an denen die Optik zweitrangig ist und die Wände nicht gereinigt werden müssen.
  • Technik: Abrieb unter 70 µm bei nur 40 Scheuerzyklen.

5. Klasse 5: Sehr geringe Beständigkeit

  • Eigenschaft: Die niedrigste Qualität. Man spricht oft von „Dispersions-Füllfarben“.
  • Einsatzort: Eigentlich nur für sehr einfache Anstriche in Nebenräumen geeignet.
  • Technik: Abrieb über 70 µm bei 40 Scheuerzyklen.

Wichtige Begriffe auf dem Farbeimer

Früher (nach der alten DIN 53778) gab es andere Begriffe, die man heute oft noch als Zusatz auf den Eimern findet:

  • „Scheuerbeständig“: Entspricht heute meist Klasse 1 oder 2. Die Farbe hält intensivem Schrubben stand.
  • „Waschbeständig“: Entspricht heute meist Klasse 3. Die Farbe übersteht vorsichtiges Abwaschen.

Fazit: Welche Klasse soll ich kaufen?

  1. Klasse 1 oder 2: Wählen Sie diese für alle Räume, in denen gelebt wird (besonders mit Kindern oder Haustieren) und für Räume mit hoher Feuchtigkeit (Küche/Bad).
  2. Klasse 3: Reicht völlig für die Zimmerdecke, da man diese im Normalfall nie abwischt. Auch für Gästezimmer oft ausreichend.
  3. Klasse 4 oder 5: Nur für den Heizungskeller oder die Garage verwenden, wenn es wirklich nur darum geht, dass es „weiß“ ist.

Tipp: Achten Sie beim Kauf nicht nur auf die Klasse, sondern auch auf das Deckvermögen (Klasse 1 bis 4). Eine Farbe mit Nassabriebklasse 1, die aber schlecht deckt (Deckvermögen Klasse 3), zwingt Sie dazu, doppelt zu streichen. Ideal ist die Kombination aus Deckvermögen Klasse 1 und Nassabriebklasse 1 oder 2.

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