Warum wird das Farbergebnis bei einer Tönung oft fleckig oder ungleichmäßig?
Dass eine Tönung fleckig oder ungleichmäßig wird, kann viele verschiedene Ursachen haben. Meistens liegt es an der Kombination aus der Struktur des Haares und der Art der Anwendung.
Hier sind die häufigsten Gründe im Detail:
1. Unterschiedliche Porosität der Haare (Der Hauptgrund)
Haare sind selten überall gleich gesund.
- Stark beanspruchte Stellen: Spitzen oder bereits blondierte Partien sind "porös". Die Schuppenschicht steht offen wie ein Tannenzapfen. Diese Stellen saugen die Farbe extrem schnell und intensiv auf, lassen sie aber auch schnell wieder los (sie wirken oft dunkler oder aschiger/grauer).
- Gesunde Stellen: Der Haaransatz ist oft gesund und glatt. Hier rutscht die Farbe eher ab oder wird weniger intensiv angenommen.
- Ergebnis: Ein ungleichmäßiges Bild, bei dem die Spitzen dunkel und die Ansätze hell sind.
2. Rückstände auf dem Haar (Build-up)
Wenn das Haar vor dem Tönen nicht vollkommen rein ist, dient das als Barriere:
- Stylingprodukte: Reste von Haarspray, Gel oder Schaumfestiger verhindern, dass die Tönung gleichmäßig eindringt.
- Silikone: Viele herkömmliche Shampoos und Spülungen enthalten Silikone, die sich wie ein Film um das Haar legen. Wenn dieser Film ungleichmäßig dick ist, nimmt das Haar an manchen Stellen keine Farbe an.
- Talg/Fett: Ein sehr fettiger Ansatz kann die Farbaufnahme behindern.
3. Fehler bei der Anwendung
- Zu wenig Produkt: Viele sparen an der Tönung. Das Haar muss regelrecht im Produkt „schwimmen“. Wenn zu wenig Farbe verwendet wird, entstehen trockene Stellen, die kaum Farbe abbekommen.
- Schlechte Verteilung: Die Tönung wird oft nur oberflächlich aufgetragen. Man muss das Haar in feine Passés (Abteilungen) unterteilen und die Farbe mit einem Kamm oder den Fingern gut einarbeiten.
- Einwirkzeit: Wenn man die Farbe nicht lange genug einwirken lässt, haben die Pigmente nicht genug Zeit, sich gleichmäßig zu lagern.
4. Die Ausgangshaarfarbe war bereits ungleichmäßig
Eine Tönung ist wie eine Lasur, nicht wie eine Wandfarbe. Sie legt sich über die vorhandene Farbe, anstatt sie komplett zu ersetzen.
- Wenn du bereits Flecken von einer alten Färbung, helle Strähnen oder einen dunklen Ansatz hast, wird die Tönung diese Unterschiede oft sogar noch betonen, anstatt sie auszugleichen.
5. Nasses vs. trockenes Haar
- Viele Tönungen sollen ins handtuchtrockene Haar gegeben werden. Wenn das Haar aber an einigen Stellen noch klitschnass ist und an anderen schon fast trocken, wird das Farbergebnis fleckig. Das Wasser im Haar verdünnt die Tönung ungleichmäßig.
6. Graue Haare
Graue Haare haben eine andere Struktur (sie sind oft dicker und "drahtiger"). Eine klassische Tönung (Stufe 1) deckt Grau oft gar nicht oder nur sehr schwach ab, was zu einem ungleichmäßigen Gesamteindruck führt.
Tipps für ein gleichmäßiges Ergebnis:
- Tiefenreinigung: Benutze vor dem Tönen ein Reinigungsshampoo, um alle Silikone und Rückstände zu entfernen. Keine Spülung danach verwenden!
- Porösitätsausgleich: Wenn deine Spitzen sehr kaputt sind, kannst du vorab einen Sprüh-Conditioner nur in die Spitzen geben, damit diese nicht zu viel Farbe aufsaugen.
- Viel Produkt nutzen: Kaufe im Zweifel lieber zwei Packungen.
- Sorgfältig abteilen: Arbeite dich von unten nach oben durch das Haar und kämme die Farbe am Ende mit einem grobzinkigen Kamm gut durch.
- Einwirkzeit einhalten: Nicht zu früh auswaschen!
Zusammenfassend: Meistens liegt es daran, dass das Haar die Farbe aufgrund von Schäden oder Rückständen ungleichmäßig "trinkt".