Warum verlieren Anti-Rutsch-Matten nach einiger Zeit ihre Haftkraft?

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Das Nachlassen der Haftkraft bei Anti-Rutsch-Matten ist ein bekanntes Problem. Es gibt dafür meist eine Kombination aus physikalischen und chemischen Ursachen.

Hier sind die Hauptgründe:

1. Verschmutzung durch Staub und Partikel (Häufigster Grund)

Anti-Rutsch-Matten funktionieren oft durch eine sehr hohe Oberflächenreibung oder mikroskopisch kleine Saugnapf-Effekte.

  • Das Problem: Mit der Zeit sammeln sich Staub, Hautschuppen, Haare oder Textilfasern auf der Oberfläche an.
  • Die Folge: Diese Partikel bilden eine Barriere zwischen der Matte und dem Boden. Die Matte liegt nicht mehr direkt auf der Oberfläche auf, sondern "schwimmt" sozusagen auf einem dünnen Film aus Staub.

2. Verlust von Weichmachern

Viele preiswerte Anti-Rutsch-Matten bestehen aus PVC (Polyvinylchlorid). Da PVC von Natur aus hart und spröde ist, werden Weichmacher (Phthalate) hinzugefügt, um die Matte flexibel und "griffig" zu machen.

  • Das Problem: Diese Weichmacher sind nicht fest im Material gebunden. Sie dünsten mit der Zeit aus (der typische "Plastikgeruch") oder wandern in den Bodenbelag ab.
  • Die Folge: Die Matte wird hart, unelastisch und verliert ihre "klebrige" Eigenschaft. In extremen Fällen kann sie sogar brüchig werden.

3. Oxidation und UV-Strahlung

Das Material der Matte (besonders bei Gummi oder bestimmten Kunststoffen) reagiert mit dem Sauerstoff in der Luft oder mit Sonnenlicht.

  • Das Problem: UV-Strahlen lassen die Polymerketten im Kunststoff aufbrechen.
  • Die Folge: Die Oberfläche verändert sich chemisch. Sie kann entweder hart und glatt werden oder – bei manchen Gummisorten – sogar klebrig-schmierig zersetzt werden. Beides führt dazu, dass sie nicht mehr ordnungsgemäß haftet.

4. Reinigungsmittel-Rückstände

Oft werden Böden mit Reinigern gewischt, die Pflegestoffe wie Wachse oder Tenside enthalten.

  • Das Problem: Wenn diese Mittel nicht restlos entfernt werden, legen sie sich als feiner Film auf die Unterseite der Matte oder auf den Boden.
  • Die Folge: Die Reibung wird massiv reduziert, und die Matte beginnt zu rutschen.

5. Mechanische Abnutzung

Durch die ständige Belastung beim Begehen wird die Struktur der Matte mechanisch beansprucht.

  • Das Problem: Die Oberfläche wird buchstäblich "poliert" oder flachgedrückt.
  • Die Folge: Die Kontaktfläche verändert sich, und die physikalische Verzahnung mit dem Boden lässt nach.

Was kann man dagegen tun?

  1. Reinigen: Oft hilft es, die Matte gründlich mit warmem Wasser und einem Tropfen fettlösendem Spülmittel zu waschen. Das entfernt den Staub und Hautfette. Wichtig: Gut trocknen lassen!
  2. Boden entfetten: Den Boden unter der Matte mit Glasreiniger oder Spiritus reinigen, um Wachs- und Seifenreste zu entfernen.
  3. Qualität wählen: Matten aus Silikon oder Naturkautschuk behalten ihre Haftkraft deutlich länger als billige PVC-Matten, da sie weniger oder keine flüchtigen Weichmacher enthalten.
  4. Austausch: Wenn das Material bereits hart und spröde ist, sind die Weichmacher entwichen. In diesem Fall hilft nur noch ein Neukauf, da die chemische Struktur dauerhaft verändert ist.
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