Warum sollten verschiedene Batterietypen oder Batterien mit unterschiedlichem Ladestand niemals im selben Gerät gemischt werden?
Das Mischen von Batterien unterschiedlicher Typen (z. B. Alkali und Zink-Kohle) oder unterschiedlicher Ladestände (neu und gebraucht) ist aus mehreren technischen und sicherheitsrelevanten Gründen problematisch.
Hier sind die wichtigsten Gründe:
1. Die Gefahr des Auslaufens (Tiefentladung und Umpolung)
Dies ist das häufigste Problem. Wenn man eine volle und eine fast leere Batterie kombiniert, passiert Folgendes:
- Die volle Batterie hat noch viel Energie und „drückt“ den Strom durch den Stromkreis.
- Sobald die schwächere Batterie erschöpft ist, sinkt ihre Spannung auf Null. Da die starke Batterie aber weiterhin Strom liefert, wird die schwache Batterie „umgepolt“ (Reverse Charging).
- Dieser Vorgang führt zu einer chemischen Reaktion im Inneren der leeren Batterie, bei der Gase entstehen. Der Innendruck steigt so stark an, dass die Dichtung birst und das ätzende Elektrolyt (meist Kalilauge) austritt. Das zerstört oft die Kontakte oder die gesamte Elektronik des Geräts.
2. Unterschiedliche Innenwiderstände
Alte oder fast leere Batterien haben einen deutlich höheren Innenwiderstand als neue.
- Wird das Gerät eingeschaltet, muss der Strom durch alle Batterien fließen.
- An der Batterie mit dem hohen Widerstand (der alten) fällt mehr Spannung ab, und sie wird heiß. Im Extremfall kann dies zu einer Überhitzung der Batterie führen, was wiederum das Gehäuse des Geräts schmelzen lassen kann oder die Brandgefahr erhöht.
3. Unterschiedliche chemische Eigenschaften (Typenmischung)
Verschiedene Batterietechnologien (z. B. Alkali-Mangan vs. Lithium vs. Nickel-Metallhydrid-Akkus) haben unterschiedliche Entladecharakteristiken und Nennspannungen:
- Eine Alkali-Batterie hat 1,5 V, während ein NiMH-Akku nur 1,2 V hat.
- Lithium-Batterien halten ihre Spannung sehr lange konstant, während sie bei Zink-Kohle-Batterien stetig sinkt.
- Wenn man diese mischt, wird die schwächere Chemie (z. B. Zink-Kohle) extrem schnell überlastet, während die stärkere Batterie (z. B. Lithium) noch fast voll ist. Das führt erneut zum oben beschriebenen Risiko des Auslaufens oder der Überhitzung.
4. Ineffizienz und verkürzte Lebensdauer
Ein Gerät ist immer nur so stark wie die schwächste Batterie im Fach.
- Viele Geräte schalten sich ab, wenn die Gesamtspannung unter einen gewissen Wert sinkt. Wenn eine Batterie leer ist, sinkt die Gesamtspannung, obwohl die anderen Batterien vielleicht noch 80 % Kapazität hätten.
- Man verschwendet also die Energie der neuen Batterien, da das Gerät den Dienst versagt, sobald die älteste Batterie aufgibt.
5. Sicherheitsrisiko bei Akkus
Besonders gefährlich ist das Mischen bei wiederaufladbaren Akkus (z. B. Li-Ion). Hier kann eine Tiefentladung oder eine Umpolung durch einen stärkeren Nachbar-Akku dazu führen, dass der Akku dauerhaft geschädigt wird oder beim nächsten Ladevorgang instabil reagiert (Brandgefahr).
Zusammenfassung: Goldene Regeln für Batterien
- Immer den ganzen Satz tauschen: Wechseln Sie alle Batterien in einem Gerät gleichzeitig aus.
- Gleiche Marke, gleicher Typ: Verwenden Sie nur Batterien des gleichen Herstellers und der gleichen Technologie.
- Lagerung: Bewahren Sie neue und gebrauchte Batterien getrennt voneinander auf, um Verwechslungen zu vermeiden.
- Entfernen: Nehmen Sie Batterien aus Geräten heraus, die Sie längere Zeit nicht benutzen, um Schäden durch eventuelles Auslaufen zu verhindern.