Warum sollte Montagepaste niemals als Ersatz für Wälzlagerfett in schnell drehenden Lagern verwendet werden?

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Die Verwendung von Montagepaste anstelle von Wälzlagerfett in schnell drehenden Lagern ist ein kritischer Fehler, der in kürzester Zeit zum Totalausfall des Lagers führt.

Hier sind die physikalischen und chemischen Gründe, warum Montagepaste für diesen Zweck völlig ungeeignet ist:

1. Zu hoher Feststoffanteil (Abrasionsgefahr)

Montagepasten enthalten einen sehr hohen Anteil an Festschmierstoffen (wie MoS2, Graphit, Kupfer oder Keramik) – oft zwischen 30 % und 60 %.

  • Im Stand/bei langsamer Bewegung: Hier schützen diese Partikel vor Metall-zu-Metall-Kontakt und Festfressen.
  • Bei hoher Drehzahl: In einem schnell drehenden Wälzlager wirken diese Feststoffe wie feines Schleifmittel. Anstatt zu schmieren, verursachen sie mechanischen Verschleiß an den Laufbahnen und den Wälzkörpern (Kugeln oder Rollen).

2. Zerstörung des hydrodynamischen Schmierfilms

Damit ein Lager bei hohen Geschwindigkeiten überlebt, müssen die Wälzkörper auf einem hauchdünnen flüssigen Ölfilm aufschwimmen (hydrodynamische Schmierung).

  • Wälzlagerfette sind so konzipiert, dass sie kontinuierlich eine kleine Menge Öl abgeben, um diesen Film aufrechtzuerhalten.
  • Die groben Partikel in einer Montagepaste unterbrechen diesen empfindlichen Ölfilm ständig. Es kommt zu kurzzeitigen Metall-Kontakten, die enorme Hitze erzeugen.

3. Extreme Wärmeentwicklung durch Walkarbeit

Montagepasten haben eine sehr hohe innere Reibung und eine hohe Viskosität.

  • Wenn sich die Wälzkörper schnell durch die zähe Paste bewegen müssen, entsteht durch die sogenannte Walkarbeit massiv Reibungswärme.
  • Da Montagepasten Wärme schlecht ableiten und die Reibung durch die Feststoffe zusätzlich erhöht wird, steigt die Temperatur im Lager innerhalb von Minuten über die zulässige Grenze. Das Lager "brennt fest".

4. Fliehkraft und Entmischung

Bei hohen Drehzahlen wirken starke Fliehkräfte auf das Schmiermittel.

  • In Montagepasten führt dies oft dazu, dass sich die schweren Feststoffe vom Basisöl trennen.
  • Die Feststoffe werden nach außen gegen den Käfig oder die Dichtungen geschleudert und verdichten sich dort zu einer harten, krustenartigen Masse. Das Basisöl fließt weg, und die eigentliche Kontaktstelle zwischen Wälzkörper und Laufbahn läuft trocken.

5. Fehlendes Rückfließverhalten

Wälzlagerfette sind so formuliert, dass sie nach dem Durchgang eines Wälzkörpers wieder ein Stück weit in die Laufbahn zurückfließen (Docht-Effekt oder kontrolliertes Bluten).

  • Montagepasten sind statisch und "unbeweglich". Einmal zur Seite verdrängt, bleiben sie dort liegen. Es entsteht ein Kanal, in dem der Wälzkörper ohne Schmierung läuft (Kanalbildung ohne Rückfluss).

Fazit

Montagepaste ist für statische Anwendungen oder extrem langsame Bewegungen (z. B. Bolzen, Schraubverbindungen, Einpressvorgänge) gedacht, um Kaltverschweißen und Korrosion zu verhindern.

In einem schnell drehenden Lager führt Montagepaste zu:

  1. Extremer Überhitzung.
  2. Massivem abrasivem Verschleiß.
  3. Lagerfressern innerhalb kürzester Zeit.

Merke: Montagepaste trennt, Wälzlagerfett schmiert dynamisch. Beide sind chemisch völlig unterschiedlich optimiert.