Warum sollte man eine Zigarre idealerweise mit einem Gasfeuerzeug oder Zedernholzspänen statt mit einem Benzinfeuerzeug anzünden?

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Das Anzünden einer Zigarre ist ein entscheidender Moment für den späteren Genuss. Der Hauptgrund, warum man Gasfeuerzeuge (Butan) oder Zedernholzspäne gegenüber Benzinfeuerzeugen (wie z. B. klassischen Zippos) bevorzugt, liegt in der Reinheit des Geschmacks.

Hier sind die detaillierten Gründe:

1. Geschmacksneutralität (Der wichtigste Punkt)

Tabak ist ein Naturprodukt, das Gerüche und Aromen aus der Umgebung sehr leicht aufnimmt.

  • Benzinfeuerzeug: Das Benzin (Petroleumdestillat) hat einen sehr starken, stechenden Eigengeruch. Wenn Sie eine Zigarre damit entzünden, ziehen Sie die Benzindämpfe direkt in den noch kalten Tabak. Dies verfälscht das Aroma der Zigarre – oft schmeckt sie dann auf den ersten Zentimetern (oder sogar länger) nach Chemie oder Brennstoff.
  • Gasfeuerzeug: Hochgereinigtes Butangas brennt absolut geruch- und geschmacklos ab. Es entstehen keine Rückstände, die das komplexe Aroma der Tabakblätter beeinflussen könnten.

2. Die Rolle der Zedernholzspäne

Zedernholzspäne (oft als Beilage in Zigarrenkisten zu finden) gelten unter Aficionados als die stilvollste Art des Anzündens:

  • Aromatische Synergie: Da viele Zigarren in Zedernholzschachteln gelagert werden, passt das Aroma des brennenden Holzes hervorragend zum Tabak. Es ergänzt den Geschmack eher, als ihn zu stören.
  • Ritual und Temperatur: Das Anzünden mit Holz erfordert Geduld. Da die Flamme nicht so heiß und konzentriert ist wie bei einem Jet-Feuerzeug, läuft man weniger Gefahr, den Tabak zu "verbrennen" (zu verkohlen), was Bitterstoffe freisetzen würde.

3. Rückstände beim Verbrennen

  • Benzin verbrennt oft unvollständig, was zu Rußablagerungen am Fuß der Zigarre führen kann.
  • Gas verbrennt extrem sauber zu Wasserdampf und Kohlendioxid, ohne Partikel auf dem Tabak zu hinterlassen.

4. Die Temperatur (Jet-Flame vs. weiche Flamme)

Gasfeuerzeuge gibt es als Jet-Flame (Sturmfeuerzeug) oder mit weicher Flamme:

  • Jet-Flame: Ideal für draußen und zum präzisen "Toasten" des Zigarrenfußes. Man kann die Hitze sehr gezielt steuern, ohne das Deckblatt zu beschädigen.
  • Benzinfeuerzeuge haben meist eine sehr flackernde, instabile Flamme, die schwer zu kontrollieren ist.

Eine Ausnahme:

Es gibt mittlerweile spezielle Einsätze für Benzinfeuerzeuge (z. B. von Zippo selbst), die mit Butangas betrieben werden. Damit kann man das klassische Gehäuse und das Klick-Geräusch beibehalten, ohne den Geschmack der Zigarre zu ruinieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine hochwertige Zigarre hat oft Jahre der Reifung hinter sich. Sie mit Benzin anzuzünden, wäre so, als würde man einen edlen Wein aus einem Plastikbecher trinken, der vorher nach Spülmittel gerochen hat – man macht sich das feine Erlebnis durch eine ungeeignete Methode kaputt.