Warum sollte man ein Papiertaschentuch aus hygienischen Gründen nur einmal verwenden?

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Die Empfehlung, ein Papiertaschentuch aus hygienischen Gründen nur einmal zu verwenden, hat mehrere wichtige Gründe, die vor allem mit der Ausbreitung von Krankheitserregern und dem Schutz der Haut zu tun haben:

1. Konzentration von Krankheitserregern

Wenn Sie sich die Nase putzen, landen Millionen von Viren oder Bakterien im Taschentuch. Papiertaschentücher sind so konzipiert, dass sie diese Sekrete aufsaugen. Beim ersten Gebrauch ist das Material noch aufnahmefähig. Bei einer Wiederverwendung kommen Sie zwangsläufig mit den bereits ausgestoßenen Erregern in Kontakt.

2. Überlebensdauer von Keimen

Viele Erkältungsviren (wie Rhinoviren) oder Influenzaviren können auf Oberflächen und in feuchten Materialien wie benutzten Taschentüchern eine gewisse Zeit lang überleben (oft mehrere Stunden). Wenn Sie das benutzte Taschentuch in die Hosentasche stecken und später wieder herausholen, verteilen Sie die Keime großflächig an Ihren Händen.

3. Schmierinfektion und Weiterverbreitung

Das ist der entscheidende Punkt: Durch das mehrmalige Anfassen eines benutzten Taschentuchs gelangen die Erreger an Ihre Finger. Von dort aus verteilen Sie die Keime auf Türklinken, Tastaturen, Lichtschalter oder beim Händeschütteln an andere Personen. Man spricht hier von einer Schmierinfektion. Ein frisches Tuch minimiert dieses Risiko erheblich.

4. Selbstansteckung / Reinfektion

Zwar können Sie sich meist nicht sofort wieder mit demselben Virus anstecken, gegen das Ihr Körper gerade kämpft, aber durch das ständige Reiben der keimbelasteten Fasern an der Nase können andere Erreger oder Bakterien in die bereits gereizten Schleimhäute gelangen. Dies kann unter Umständen zu Sekundärinfektionen (z. B. einer bakteriellen Entzündung) führen.

5. Hautirritationen

In benutzten Taschentüchern trocknet das Nasensekret. Wenn Sie das Tuch erneut verwenden, ist die Oberfläche nicht mehr weich, sondern durch die getrocknete Feuchtigkeit verhärtet und rau. Dies führt schneller zu einer „wunden Nase“ und kleinen Rissen in der Haut, die wiederum Eintrittspforten für weitere Keime sind.

6. Kontamination der Kleidung

Ein benutztes Taschentuch in der Hosentasche oder im Ärmel gibt Feuchtigkeit und Keime an die Kleidung ab. Die warme Körpernähe in der Tasche bietet zudem eine ideale Brutstätte für Mikroorganismen.


Tipps für den richtigen Umgang:

  • Sofort entsorgen: Werfen Sie das Taschentuch nach dem Gebrauch idealerweise in einen Abfalleimer mit Deckel.
  • Hände waschen: Nach dem Naseputzen sollten die Hände gewaschen oder desinfiziert werden, um die Infektionskette zu unterbrechen.
  • Stofftaschentücher vermeiden: Aus hygienischer Sicht sind Stofftaschentücher problematisch, da man sie meist den ganzen Tag in der Tasche mit sich herumträgt und sie eine "Keimschleuder" darstellen, sofern sie nicht nach jedem Gebrauch bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

Fazit: Ein Papiertaschentuch ist ein Einwegprodukt. Die konsequente Entsorgung nach einmaliger Benutzung ist eine der einfachsten und effektivsten Maßnahmen, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten im Alltag zu reduzieren.

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