Warum sind OLED-Fernseher meist deutlich dünner als andere TV-Modelle?
OLED-Fernseher sind deshalb so extrem dünn, weil sie im Vergleich zu herkömmlichen LCD-Fernsehern (die oft als „LED-TV“ vermarktet werden) eine völlig andere Funktionsweise haben.
Der Hauptgrund ist der Verzicht auf eine Hintergrundbeleuchtung.
Hier sind die Details:
1. Selbstleuchtende Pixel (Self-emissive)
Bei einem LCD/LED-Fernseher leuchten die Pixel nicht von selbst. Man benötigt hinter dem Display eine Lichtquelle (die Hintergrundbeleuchtung), die das Bild anstrahlt. Diese besteht aus mehreren Schichten: den eigentlichen LEDs, Diffusor-Platten (um das Licht gleichmäßig zu verteilen) und Polarisationsfiltern. Das alles braucht Platz und macht das Gerät dick.
Bei einem OLED-Fernseher bestehen die Pixel aus organischen Leuchtdioden. Diese leuchten von selbst, sobald Strom fließt. Da jedes Pixel sein eigenes Licht erzeugt, ist keine zusätzliche Beleuchtungseinheit hinter dem Panel nötig.
2. Weniger Schichten im Aufbau
Ein OLED-Panel besteht im Grunde nur aus sehr wenigen, extrem dünnen Schichten, die auf eine Trägerschicht (oft Glas oder spezieller Kunststoff) aufgebracht sind. Da die sperrige Lichteinheit wegfällt, kann das eigentliche Display nur wenige Millimeter dick sein – oft kaum dicker als eine Kreditkarte.
3. Flexibilität der Materialien
OLED-Materialien sind so dünn und flexibel, dass sie sogar auf biegsamen Untergründen aufgebracht werden können. Das ermöglicht nicht nur extrem dünne, sondern auch gebogene oder sogar rollbare Fernseher.
Warum sind sie unten oft trotzdem dick?
Obwohl das Panel selbst hauchdünn ist, sieht man bei den meisten OLED-TVs im unteren Bereich eine Ausbuchtung (den sogenannten „Rucksack“). Das hat zwei praktische Gründe:
- Elektronik: Irgendwo müssen der Prozessor, die Anschlüsse (HDMI usw.) und das Netzteil untergebracht werden.
- Lautsprecher: Gute Lautsprecher benötigen ein gewisses Volumen, um Klang zu erzeugen. In einem 3 mm dünnen Gehäuse ist kein Platz für Bass.
Interessanter Fakt: Es gibt spezielle Modelle (wie die „Wallpaper-TVs“ von LG), bei denen die gesamte Elektronik in eine separate Soundbar ausgelagert wurde. Diese Displays sind dann tatsächlich über die gesamte Fläche nur etwa 4 Millimeter dünn und werden wie ein Poster an die Wand geklebt.