Warum sind Komplexmittel für Personen mit Bluthochdruck aufgrund enthaltenem Pseudoephedrin oft gefährlich?

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Komplexmittel gegen Erkältung (wie z. B. Wick Medinait, Grippostad C, Aspirin Complex oder Cetebe Anti-Grippal) enthalten oft den Wirkstoff Pseudoephedrin. Für Personen mit Bluthochdruck (Hypertonie) ist dieser Wirkstoff riskant, da er direkt in das Herz-Kreislauf-System eingreift.

Hier sind die Gründe für die Gefahr im Detail:

1. Gefäßverengung (Vasokonstriktion)

Pseudoephedrin gehört zur Gruppe der Sympathomimetika. Sein Hauptzweck in Erkältungsmitteln ist es, die geschwollene Nasenschleimhaut abschwellen zu lassen. Dies geschieht, indem es die Alpha-Adrenozeptoren stimuliert, was dazu führt, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen.

Das Problem: Dieser Effekt beschränkt sich nicht nur auf die Nase. Die Gefäße im gesamten Körper verengen sich. Wenn sich der Widerstand in den Blutgefäßen erhöht, muss das Herz gegen einen höheren Druck anpumpen – der Blutdruck steigt weiter an.

2. Steigerung der Herzfrequenz

Pseudoephedrin wirkt ähnlich wie Adrenalin. Es stimuliert nicht nur die Blutgefäße, sondern kann auch die Beta-Rezeptoren am Herzen beeinflussen. Das führt zu:

  • Einem schnelleren Herzschlag (Tachykardie).
  • Einer Steigerung der Schlagkraft des Herzens.

Für jemanden, dessen Herz bereits durch Bluthochdruck belastet ist, bedeutet dies eine erhebliche zusätzliche Stressreaktion, die das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöht.

3. Risiko für hypertensive Krisen

Bei Menschen, deren Blutdruck bereits grenzwertig oder schlecht eingestellt ist, kann die Einnahme von Pseudoephedrin eine hypertensive Krise (einen massiven, gefährlichen Blutdruckanstieg) auslösen. Dies kann im schlimmsten Fall zu folgenden Komplikationen führen:

  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Organschäden (z. B. an den Nieren)

4. Wechselwirkungen mit Medikamenten

Viele Blutdruckpatienten nehmen Medikamente wie Betablocker oder ACE-Hemmer ein. Pseudoephedrin ist ein direkter Gegenspieler zu vielen dieser Medikamente. Es kann die Wirkung der Blutdrucksenker abschwächen oder aufheben, sodass der Patient trotz seiner gewohnten Medikation plötzlich ungeschützt hohe Werte aufweist.

Warum sind gerade "Komplexmittel" so tückisch?

In Komplexmitteln sind oft drei bis vier Wirkstoffe kombiniert (z. B. Schmerzmittel, Hustenstiller und das abschwellende Pseudoephedrin).

  • Unbewusste Einnahme: Viele Patienten wissen gar nicht, dass sie ein starkes Stimulanzmittel einnehmen, da sie das Mittel nur gegen "Erkältung" kaufen.
  • Systemische Wirkung: Im Gegensatz zu einem Nasenspray (das lokal wirkt und nur in sehr geringen Mengen in den Blutkreislauf gelangt) wird Pseudoephedrin in Tablettenform geschluckt. Es wirkt also systemisch im ganzen Körper und erreicht so alle Blutgefäße und das Herz.

Sicherere Alternativen für Bluthochdruck-Patienten

Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden, sollten Sie:

  1. Lokale Nasensprays bevorzugen: Diese wirken vor Ort in der Nase. Aber auch hier gilt: Nur kurzzeitig anwenden und bei sehr hohem Blutdruck Rücksprache mit dem Arzt halten.
  2. Einzelpräparate nutzen: Nehmen Sie lieber gezielt ein Schmerzmittel (z. B. Paracetamol – Vorsicht bei Ibuprofen/Naproxen, da auch diese den Blutdruck leicht erhöhen können) und behandeln Sie den Rest mit Hausmitteln.
  3. Pflanzliche Mittel: Präparate mit Cineol oder Myrtol können helfen, den Schleim zu lösen, ohne das Herz-Kreislauf-System zu stimulieren.
  4. Kochsalzlösungen: Nasenspülungen oder Meersalzzsprays sind völlig unbedenklich für den Blutdruck.

Wichtiger Hinweis: Fragen Sie in der Apotheke gezielt nach Mitteln, die für Patienten mit Bluthochdruck geeignet sind, und lesen Sie immer den Beipackzettel bezüglich der Kontraindikationen bei Hypertonie.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung.

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