Warum lässt sich Wundschutzcreme oft nur sehr schwer wieder von der Haut entfernen?
Dass Wundschutzcreme (besonders die klassische Zinksalbe) so hartnäckig auf der Haut haftet, ist kein Zufall, sondern ihre Hauptaufgabe.
Hier sind die chemischen und praktischen Gründe, warum sie sich so schwer entfernen lässt:
1. Die Barriere-Funktion (Wasserabweisung)
Wundschutzcremes sind darauf ausgelegt, die Haut vor Feuchtigkeit (Urin, Schweiß, Wundsekret) zu schützen. Deshalb basieren sie meist auf einer Wasser-in-Öl-Emulsion oder rein fettbasierten Stoffen wie:
- Vaseline (Petrolatum)
- Lanolin (Wollwachs)
- Paraffinen
Diese Stoffe sind hydrophob, das heißt, sie stoßen Wasser extrem stark ab. Da wir meist versuchen, Creme mit Wasser oder wasserbasierten Feuchttüchern abzuwaschen, perlt dieses einfach ab, ohne die Fettschicht zu lösen.
2. Der hohe Feststoffanteil (Zinkoxid)
Das "Geheimnis" der weißen Wundschutzcreme ist meist Zinkoxid. Dies ist ein mineralisches Pulver, das in die Fettgrundlage eingearbeitet wird.
- Zinkoxid hat eine sehr große Oberfläche und eine hohe Haftkraft auf der obersten Hautschicht.
- Es setzt sich in die mikroskopisch kleinen Hautfalten und Poren fest.
- Da es ein mineralischer Feststoff ist, löst er sich weder in Wasser noch vollständig in Öl – er muss mechanisch (durch Wischen) entfernt werden.
3. Schutz vor Reibung
Die Creme muss so zäh (viskos) sein, dass sie nicht sofort von der Kleidung oder der Windel aufgesogen wird. Wäre sie leicht abwaschbar, würde sie bei der kleinsten Bewegung oder Feuchtigkeit verschwinden und ihre Schutzwirkung verlieren.
Tipps: Wie bekommt man sie trotzdem schonend ab?
Wenn man versucht, die Creme mit Wasser und Seife oder durch starkes Reiben zu entfernen, reizt man die ohnehin schon empfindliche oder entzündete Haut noch mehr.
Die beste Methode: Öl löst Fett
- Speiseöl oder Babyöl: Gib etwas Öl auf ein weiches Tuch oder ein Wattepad.
- Sanftes Wischen: Das Öl verbindet sich mit der Fettschicht der Creme und löst die Verbindung zur Haut.
- Nicht rubbeln: Die Reste lassen sich dann fast ohne Druck einfach abwischen.
Wichtig: In der professionellen Pflege oder bei Babys gilt oft der Grundsatz: Wenn die Haut noch geschützt ist und keine Verschmutzung (durch Stuhlgang etc.) vorliegt, muss man die weiße Schicht nicht jedes Mal komplett entfernen. Es reicht, eine neue Schicht dünn darüber aufzutragen, um die Haut nicht durch ständiges Putzen zu strapazieren.