Warum kann man im Toten Meer aufgrund des extrem hohen Salzgehalts nicht untergehen?
Dass man im Toten Meer nicht untergehen kann, liegt an einem einfachen physikalischen Prinzip: der Dichte und dem daraus resultierenden statischen Auftrieb.
Hier ist die schrittweise Erklärung:
1. Die extreme Salzkonzentration
Normales Meerwasser (z. B. im Atlantik) hat einen Salzgehalt von etwa 3,5 %. Das Tote Meer hingegen hat einen Salzgehalt von etwa 33 %. Es ist also fast zehnmal so salzig wie die Ozeane.
2. Salz macht Wasser "schwerer" (Dichte)
Wenn man Salz in Wasser löst, erhöht sich dessen Masse, ohne dass sich das Volumen im gleichen Maße vergrößert. Das Wasser wird also dichter und damit pro Liter schwerer.
- Süßwasser hat eine Dichte von ca. 1,00 kg/l.
- Normales Meerwasser hat eine Dichte von ca. 1,025 kg/l.
- Das Wasser des Toten Meeres hat eine Dichte von etwa 1,24 kg/l.
3. Das Archimedische Prinzip (Auftrieb)
Ein Körper erfährt in einer Flüssigkeit eine Auftriebskraft, die genau so groß ist wie das Gewicht der vom Körper verdrängten Flüssigkeit.
- Der menschliche Körper hat eine durchschnittliche Dichte von etwa 0,98 bis 1,05 kg/l (je nachdem, wie viel Luft man in der Lunge hat).
- Da die Dichte des menschlichen Körpers geringer ist als die Dichte des extrem salzhaltigen Wassers (1,24 kg/l), verdrängt der Körper eine Wassermenge, die schwerer ist als er selbst.
Das Ergebnis: Das Wasser drückt den Körper mit großer Kraft nach oben. Man schwimmt wie ein Korken auf der Oberfläche. Man muss sich sogar anstrengen, um die Beine unter Wasser zu drücken, weil der Auftrieb so stark ist.
Zusammenfassung
Man geht nicht unter, weil das salzige Wasser eine höhere Dichte hat als der menschliche Körper. Der Körper ist im Vergleich zum "schweren" Salzwasser so leicht, dass er immer an der Oberfläche gehalten wird.
Ein kleiner Sicherheitshinweis am Rande: Obwohl man nicht untergeht, ist das Baden im Toten Meer nicht ganz ungefährlich. Wenn man in die Bauchlage gerät, ist der Auftrieb so stark, dass es schwierig sein kann, den Kopf wieder aus dem Wasser zu heben und die Füße auf den Boden zu bekommen. Zudem ist das Verschlucken des extrem mineralhaltigen Wassers lebensgefährlich.