Warum kann es während oder nach einer Nasenspülung zu Ohrenschmerzen kommen?

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Dass es während oder nach einer Nasenspülung zu Ohrenschmerzen oder einem Druckgefühl im Ohr kommt, ist ein bekanntes Phänomen. Der Hauptgrund dafür ist die anatomische Verbindung zwischen dem Nasenrachenraum und dem Mittelohr: die Eustachische Röhre (auch Ohrtrompete oder Paukenröhre genannt).

Hier sind die genauen Ursachen, warum das passiert:

1. Übertragung von Druck

Die Eustachische Röhre dient eigentlich dazu, den Druck im Mittelohr auszugleichen. Wenn Sie bei der Nasenspülung die Flasche zu fest drücken oder das Wasser mit zu viel Druck in die Nase gelangt, kann dieser Druck über die Ohrtrompete direkt ins Mittelohr weitergegeben werden. Das drückt auf das Trommelfell und verursacht Schmerzen.

2. Eindringen von Spülflüssigkeit

Wenn der Kopf in einem ungünstigen Winkel gehalten wird oder der Druck zu hoch ist, kann etwas von der Spülflüssigkeit (Salzwasser) in die Eustachische Röhre eintreten. Da diese Röhre sehr eng ist, kann die Flüssigkeit dort festsitzen oder bis ins Mittelohr gelangen. Das führt zu einem unangenehmen Druckgefühl, einem „Gluckern“ oder stechenden Schmerzen.

3. Falsches Schnäuzen nach der Spülung

Dies ist einer der häufigsten Fehler: Viele Menschen schnäuzen nach der Spülung sehr kräftig, um das restliche Wasser aus der Nase zu befördern. Wenn man dabei beide Nasenlöcher zuhält oder zu fest presst, drückt man das Wasser und eventuell gelösten Schleim samt Bakterien regelrecht in die Ohrtrompete hinein.

4. Geschwollene Schleimhäute

Wenn Sie eine starke Erkältung oder Allergien haben, sind die Schleimhäute im Nasenrachenraum geschwollen. Dadurch ist der Eingang zur Eustachischen Röhre oft verengt oder blockiert. Die Spülflüssigkeit kann dann nicht richtig abfließen und staut sich zurück, was den Druck auf die Ohren erhöht.


Wie kann man das verhindern? (Tipps zur Anwendung)

  • Mund weit öffnen: Lassen Sie den Mund während des Spülvorgangs weit offen. Das entspannt die Muskulatur im Rachen und hilft, die Eustachische Röhre verschlossen zu halten.
  • Keine Gewalt: Drücken Sie die Spülflasche nur ganz sanft. Das Wasser sollte locker von einem Nasenloch zum anderen fließen.
  • Richtige Kopfhaltung: Neigen Sie den Kopf leicht nach vorne über das Waschbecken und drehen Sie ihn nur minimal zur Seite. Vermeiden Sie es, den Kopf in den Nacken zu legen.
  • Richtiges Schnäuzen danach: Schnäuzen Sie nach der Spülung nur ganz sanft. Am besten lassen Sie das Wasser einfach aus der Nase herauslaufen und tupfen es ab. Wenn Sie schnäuzen, lassen Sie dabei beide Nasenlöcher offen.
  • Abschwellendes Nasenspray: Wenn die Nase komplett „dicht“ ist, sollte man vor der Spülung evtl. ein abschwellendes Nasenspray benutzen, damit das Wasser überhaupt fließen kann und kein Rückstau entsteht.

Wann zum Arzt?

In der Regel verschwinden der Druck und der leichte Schmerz nach kurzer Zeit (einigen Minuten bis Stunden) von selbst, sobald die Flüssigkeit abgeflossen oder resorbiert ist.

Sollten die Schmerzen jedoch:

  • über mehrere Tage anhalten,
  • sehr stark werden,
  • mit Fieber einhergehen oder
  • zu einer Hörverschlechterung führen,

sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) aufsuchen. Es besteht die Gefahr, dass Keime ins Mittelohr gespült wurden und eine Mittelohrentzündung verursachen könnten.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.