Warum ist die Nutzung von Liebesknochen unmittelbar nach einer Entbindung oder Operation oft medizinisch untersagt?

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Die Nutzung von Liebesknochen (auch Beckenbodenkugeln oder Konen genannt) unmittelbar nach einer Entbindung oder einer gynäkologischen Operation ist aus mehreren medizinischen Gründen riskant. Ärzte und Hebammen raten in der Regel zu einer Wartezeit von mindestens sechs bis acht Wochen (nach der Abschlussuntersuchung beim Gynäkologen).

Hier sind die wichtigsten Gründe für dieses Verbot:

1. Akute Infektionsgefahr

Dies ist das kritischste Risiko.

  • Nach der Geburt: Nach der Entbindung ist die Gebärmutterinnenseite eine große offene Wunde (dort, wo die Plazenta saß). Zudem ist der Muttermund noch leicht geöffnet. Durch das Einführen von Fremdkörpern können Bakterien in die Gebärmutter aufsteigen und eine gefährliche Entzündung (Endometritis) auslösen.
  • Wochenfluss (Lochien): Der Wochenfluss muss ungehindert abfließen können. Liebesknochen können den Abfluss behindern oder Keimen als Nährboden dienen.
  • Nach Operationen: Jede OP im Vaginalbereich hinterlässt Wundflächen. Ein Fremdkörper stört das mikrobielle Gleichgewicht und erhöht das Risiko für postoperative Infektionen massiv.

2. Heilung von Verletzungen und Nähten

  • Gewebe-Traumata: Bei Geburten entstehen oft Risse (Dammriss, Scheidenriss) oder es wird ein Dammschnitt gemacht. Diese Wunden werden genäht. Die mechanische Reibung und der Druck durch Liebesknochen können die frischen Nähte reizen, aufscheuern oder sogar zum Aufplatzen bringen.
  • Empfindliches Gewebe: Nach einer Operation oder Geburt ist das Gewebe stark durchblutet, geschwollen und extrem empfindlich. Fremdkörper verursachen Schmerzen und verzögern die Wundheilung.

3. Gefahr der Überlastung (Kontraproduktivität)

Viele Frauen möchten Liebesknochen nutzen, um den Beckenboden schnell wieder "fit" zu machen. Doch unmittelbar nach der Geburt ist das Gegenteil der Fall:

  • Überdehnung: Der Beckenboden wurde durch Schwangerschaft und Geburt massiv gedehnt und ist oft regelrecht "betäubt" oder überlastet.
  • Unfähigkeit zu halten: Wenn die Muskulatur noch zu schwach ist, um die Kugeln zu halten, rutschen diese nach unten. Die Frau versucht oft krampfhaft, sie zu halten, was zu einer falschen Druckbelastung führt. Dieser Druck nach unten kann eine Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung eher fördern als verhindern.
  • Ermüdung: Ein verletzter oder extrem schwacher Muskel darf nicht mit Gewichten trainiert werden, bevor er eine gewisse Grundstabilität (durch sanfte Rückbildungsgymnastik) zurückgewonnen hat.

4. Hormonelle Situation

Nach der Geburt (und besonders während der Stillzeit) ist der Östrogenspiegel niedrig. Das führt dazu, dass die Scheidenschleimhaut dünner, trockener und weniger elastisch ist. Ein harter Fremdkörper wie eine Beckenbodenkugel kann in dieser Phase leicht Mikrorisse in der Schleimhaut verursachen.

Wann darf man wieder anfangen?

Medizinisch gilt meist die Faustregel:

  1. Wochenfluss muss vollständig versiegt sein.
  2. Äußere und innere Wunden müssen verheilt sein.
  3. Die gynäkologische Nachuntersuchung (ca. 6–8 Wochen nach Geburt/OP) muss grünes Licht geben.
  4. Grundspannung: Man sollte erst mit dem reinen Wahrnehmungstraining (ohne Hilfsmittel) beginnen, bevor man Gewichte wie Liebesknochen einsetzt.

Fazit: In den ersten Wochen benötigt der Körper Ruhe und sanfte Rückbildung, kein Krafttraining mit Gewichten. Die Nutzung von Liebesknochen während der Heilungsphase schadet der Gesundheit meist mehr, als sie nutzt.

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