Warum fühlen sich die Hände nach dem Abwaschen der Creme oft trockener an als zuvor?

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Das Gefühl, dass die Hände nach dem Abwaschen einer Creme trockener sind als zuvor, ist keine Einbildung. Es gibt dafür mehrere biologische und chemische Gründe. Hier sind die wichtigsten Ursachen für diesen Effekt:

1. Zerstörung des natürlichen Lipidmantels

Unsere Haut besitzt eine natürliche Schutzbarriere aus Fetten (Lipiden) und Feuchthaltefaktoren. Wenn du eine Creme aufträgst, fügst du der Haut künstlich Fette und Feuchtigkeit zu. Wenn du die Hände dann wäschst – besonders mit Seife –, passiert Folgendes: Die Seife unterscheidet nicht zwischen dem Fett der Creme und den natürlichen Ölen deiner Haut. Sie löst beides ab. Dadurch ist die Haut nach dem Waschen oft "nackter" und schutzloser als vor dem Eincremen.

2. Der Transepidermale Wasserverlust (TEWL)

Sobald die Schutzschicht (die Creme oder der natürliche Fettfilm) entfernt wird, kann die Feuchtigkeit aus den tieferen Hautschichten ungehindert nach außen verdunsten. Dieser Vorgang wird Transepidermaler Wasserverlust genannt. Wasser, das beim Waschen auf der Haut zurückbleibt, verstärkt diesen Effekt beim Verdunsten sogar noch, da es die Hautoberfläche leicht aufquillt und so noch mehr Feuchtigkeit aus dem Inneren mit nach draußen reißt.

3. Der Gewöhnungseffekt und Kontrast

Es spielt auch die subjektive Wahrnehmung eine Rolle. Wenn deine Hände eingecremt sind, fühlen sie sich geschmeidig und weich an. Wenn dieser Zustand durch das Waschen abrupt endet, wirkt der Kontrast zur nun "trockenen" Haut extrem stark. Das Gehirn nimmt den Unterschied deutlicher wahr, als wenn die Haut ohnehin die ganze Zeit leicht trocken gewesen wäre.

4. Problematische Inhaltsstoffe in Cremes

Manche Cremes enthalten Inhaltsstoffe, die kurzfristig Feuchtigkeit spenden, langfristig aber die Barriere eher schwächen können, wenn sie nicht optimal formuliert sind:

  • Emulgatoren: Diese sind in fast jeder Creme enthalten, um Fett und Wasser zu verbinden. Wenn du die Creme abwäschst, bleiben oft Emulgatoren auf der Haut zurück. Sobald sie mit dem Waschwasser in Kontakt kommen, verbinden sie sich mit den hauteigenen Lipiden und spülen diese regelrecht aus der Haut heraus (der sogenannte "Auswascheffekt").
  • Glycerin oder Harnstoff (Urea): In sehr hohen Konzentrationen können diese Stoffe Feuchtigkeit aus den tieferen Hautschichten in die obere Schicht ziehen. Wird die Creme dann abgewaschen, ist die Feuchtigkeit oben weg, aber die tieferen Schichten sind "leergeräubert".

5. Das Wasser selbst

Leitungswasser ist oft kalkhaltig. Kalk (Kalzium- und Magnesiumionen) kann die Haut zusätzlich reizen und austrocknen. Zudem hat Wasser meist einen höheren pH-Wert (ca. 7) als die menschliche Haut (ca. 5,5). Jedes Waschen bringt den Säureschutzmantel der Haut kurzzeitig aus dem Gleichgewicht.

Was kann man dagegen tun?

  1. Rückfettende Seifen oder Waschöle verwenden: Diese reinigen milder und greifen die Barriere weniger an.
  2. Unmittelbar nach dem Waschen erneut eincremen: Solange die Haut noch ganz leicht restfeucht ist, kann eine Creme die Feuchtigkeit am besten einschließen.
  3. Auf Inhaltsstoffe achten: Produkte mit Ceramiden oder Panthenol helfen, die Hautbarriere langfristig wiederaufzubauen, anstatt sie nur kurzfristig mit einem Fettfilm zu überdecken.
  4. Zu heißes Wasser vermeiden: Heißes Wasser löst Fette deutlich effektiver (und damit aggressiver) als lauwarmes Wasser.
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