Warum entlädt sich eine Powerbank von selbst, auch wenn kein Gerät daran angeschlossen ist?
Dass sich eine Powerbank mit der Zeit von selbst entlädt, ist völlig normal und physikalisch bedingt. Es gibt dafür im Wesentlichen drei Hauptgründe:
1. Die integrierte Steuerungselektronik (Standby-Verbrauch)
Eine Powerbank ist kein passiver Behälter wie ein Benzinkanister, sondern ein aktives elektronisches Gerät. Im Inneren befindet sich eine Platine mit einem Battery Management System (BMS). Dieses System hat wichtige Aufgaben:
- Es überwacht die Spannung der Zellen (Schutz vor Tiefentladung oder Überladung).
- Es wartet darauf, dass ein Gerät angeschlossen oder der Einschaltknopf gedrückt wird.
- Es wandelt die Spannung um (von den internen 3,7V des Akkus auf die 5V oder mehr für USB).
Diese Elektronik benötigt auch dann eine winzige Menge Strom, wenn kein Gerät angeschlossen ist. Man kann sich das wie den Standby-Modus eines Fernsehers vorstellen.
2. Chemische Selbstentladung der Zellen
Die meisten Powerbanks verwenden Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus. In diesen Zellen finden auch ohne äußeren Stromfluss ständig chemische Reaktionen statt.
- Ionen bewegen sich minimal zwischen den Elektroden.
- Es gibt winzige Kriechströme innerhalb der Zelle.
- Bei hochwertigen Lithium-Akkus liegt diese natürliche Selbstentladung zwar nur bei etwa 2 % bis 5 % pro Monat, aber über ein halbes Jahr im Schrank summiert sich das merklich.
3. Umgebungstemperatur
Die Temperatur hat einen massiven Einfluss auf die chemischen Prozesse:
- Hitze: Wenn die Powerbank im Sommer im heißen Auto liegt, beschleunigen sich die chemischen Reaktionen im Inneren massiv, und die Selbstentladung steigt drastisch an.
- Kälte: Extreme Kälte schadet der Kapazität und kann die Spannung so weit absinken lassen, dass die Elektronik denkt, der Akku sei leer.
4. Qualität und Alter
- Bauteile: Günstige Powerbanks verwenden oft minderwertige Schaltkreise mit höheren Leckströmen oder schlechter isolierte Akkuzellen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter entstehen in den Akkuzellen winzige Ablagerungen (Dendriten), die die interne Selbstentladung erhöhen. Ein alter Akku "verliert" seinen Strom also schneller als ein neuer.
Tipps, um die Entladung zu minimieren:
- Regelmäßig prüfen: Lade die Powerbank alle 3 bis 4 Monate nach, auch wenn du sie nicht benutzt. Eine tiefentladene Powerbank kann dauerhaft kaputtgehen.
- Richtig lagern: Der ideale Ort ist kühl und trocken (ca. 15–20 Grad). Nicht im Keller (Feuchtigkeit) und nicht direkt an der Heizung oder in der Sonne lagern.
- Der 50-70 % Trick: Wenn du die Powerbank längere Zeit lagern willst, lade sie nicht ganz auf 100 % auf, sondern auf etwa 50 % bis 70 %. Das ist chemisch gesehen der stabilste Zustand für Lithium-Akkus und schont die Lebensdauer.
- Kabel abziehen: Lass keine USB-Kabel in der Powerbank stecken, auch wenn am anderen Ende kein Gerät ist. Bei manchen Modellen aktiviert das Einstecken des Kabels bereits die interne Elektronik und zieht so unnötig Strom.