Warum eiert die Bohrspitze beim Drehen der Maschine?

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Wenn eine Bohrspitze beim Drehen „eiert“ (der Fachbegriff ist mangelnde Rundlaufgenauigkeit), kann das verschiedene Ursachen haben. Man unterscheidet hier zwischen Problemen am Bohrer, am Bohrfutter oder an der Maschine selbst.

Hier sind die häufigsten Gründe:

1. Der Bohrer selbst ist das Problem

  • Verbogener Bohrer: Das ist die häufigste Ursache. Besonders lange oder dünne Bohrer verbiegen sich leicht, wenn sie zu heiß werden oder mit zu viel Druck gearbeitet wurde.
    • Test: Rollen Sie den Bohrer auf einer absolut flachen Oberfläche (z. B. einer Glasplatte). Wenn er hoppelt, ist er krumm.
  • Produktionsfehler: Bei sehr günstigen Bohrersets aus dem Discounter ist die Zentrierung oft schon ab Werk mangelhaft.
  • Falscher Schaft: Wenn der Bohrschaft (das Ende, das im Futter steckt) beschädigt oder verschmutzt ist, sitzt er nicht mittig.

2. Das Bohrfutter (Die Halterung)

  • Verschmutzung: In die Spannbacken des Bohrfutters können Staub oder Metallspäne gelangt sein. Dadurch wird der Bohrer leicht schräg eingeklemmt.
    • Lösung: Bohrfutter ganz öffnen und mit Druckluft oder einer Bürste reinigen.
  • Einspannfehler: Der Bohrer wurde nicht exakt zwischen den drei Spannbacken fixiert, sondern sitzt leicht versetzt (einer der „Zähne“ greift nicht richtig).
  • Verschleiß: Bei alten Maschinen können die Spannbacken im Inneren ungleichmäßig abgenutzt sein.

3. Die Bohrmaschine (Das Gerät)

  • Ausgeschlagene Lager: Wenn die Maschine oft für schwere Arbeiten (oder zweckentfremdet zum Rühren von Mörtel) genutzt wurde, können die Lager der Antriebswelle Spiel bekommen.
    • Test: Versuchen Sie im ausgeschalteten Zustand, das Bohrfutter mit der Hand seitlich hin und her zu bewegen. Es sollte fast kein Spiel spürbar sein.
  • Verbogene Spindel: Wenn die Maschine heruntergefallen ist, kann die Welle, auf der das Bohrfutter sitzt, verbogen sein.

4. Besonderheit: SDS-System (Bohrhämmer)

Wenn Sie einen Bohrhammer mit SDS-Plus-Aufnahme benutzen, ist ein gewisses „Eiern“ im Leerlauf völlig normal.

  • Warum? SDS-Bohrer sitzen lose im Futter, damit sie die Schlagbewegung (vor und zurück) besser übertragen können. Das System ist auf Schlagkraft optimiert, nicht auf präzisen Rundlauf im Leerlauf. Sobald die Spitze auf dem Material aufsetzt, zentriert sie sich durch den Druck von selbst.

Was können Sie tun?

  1. Anderen Bohrer probieren: Eiert dieser auch? Wenn nein -> alter Bohrer ist Schrott.
  2. Bohrfutter reinigen: Sicherstellen, dass keine Späne drin sind.
  3. Richtig einspannen: Den Bohrer einsetzen, handfest anziehen, kurz prüfen, ob er mittig sitzt, und dann erst festdrehen.
  4. Prüfen, ob Schlagfunktion aus ist: Manchmal vibriert die Maschine im Schlagbohrmodus so stark, dass es wie Eiern aussieht, obwohl es nur die Vibration ist.

Sicherheitshinweis: Wenn ein Bohrer stark eiert, sollten Sie nicht damit arbeiten. Das Loch wird unpräzise (zu groß), der Bohrer kann abbrechen und das Lager der Maschine wird durch die Unwucht dauerhaft beschädigt.