Warum dürfen mehrere Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz nicht hintereinander gesteckt werden?

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Das Hintereinanderschalten von Mehrfachsteckdosen (das sogenannte „Kaskadieren“) ist generell – und besonders bei Modellen mit Überspannungsschutz – aus mehreren sicherheitsrelevanten Gründen untersagt. In Deutschland ist dies sogar über die DIN VDE 0620 geregelt.

Hier sind die wichtigsten Gründe:

1. Brandgefahr durch Überlastung

Die meisten Mehrfachsteckdosen sind für eine maximale Leistung von 3.500 bis 3.680 Watt (bei 16 Ampere) ausgelegt. Wenn man mehrere Leisten hintereinandersteckt, verleitet das dazu, viel mehr Geräte anzuschließen, als die erste Steckdose in der Wand verkraften kann. Die Gesamtlast aller Geräte summiert sich an der ersten Steckdose in der Kette. Wird diese Grenze überschritten, erhitzt sich das Kabel und es kann zu einem Schwelbrand kommen.

2. Erhöhter Übergangswiderstand

Jede Steckverbindung ist ein Schwachpunkt. An den Kontaktstellen zwischen Stecker und Buchse entsteht ein sogenannter Übergangswiderstand.

  • Je mehr Leisten ineinanderstecken, desto höher wird der Gesamtwiderstand.
  • An diesen Widerständen entsteht Wärme. Bei hohen Lasten können die Steckverbindungen so heiß werden, dass der Kunststoff schmilzt oder sich entzündet.

3. Beeinträchtigung des Überspannungsschutzes

Bei Modellen mit Überspannungsschutz (Surge Protection) kommen spezifische Probleme hinzu:

  • Ableitstrom: Ein Überspannungsschutz leitet zu hohe Spannungen blitzschnell gegen die Erde (den Schutzleiter) ab. Wenn mehrere Schutzmodule hintereinandergeschaltet sind, können sie sich gegenseitig beeinflussen.
  • Widerstand im Schutzleiter: Damit der Schutz funktioniert, muss der Widerstand zur Erde so gering wie möglich sein. Durch die Kaskadierung verlängert sich der Weg über viele Kontakte. Der Widerstand steigt, wodurch die Schutzfunktion verzögert wird oder gar nicht erst effektiv arbeiten kann. Das angeschlossene Gerät (z. B. ein teurer PC) ist dann trotz Schutzleiste nicht sicher.

4. Gefahr für die Abschaltbedingungen (Kurzschlussfall)

Damit die Sicherung im Sicherungskasten bei einem Kurzschluss sofort auslöst, muss ein sehr hoher Strom fließen können. Durch die langen Kabelwege und die vielen Übergangswiderstände der kaskadierten Leisten wird der Stromfluss im Fehlerfall gebremst (die sogenannte Schleifenimpedanz wird zu hoch).

  • Die Folge: Die Sicherung löst im Ernstfall zu spät oder gar nicht aus. Das Kabel glüht in der Zwischenzeit bereits.

5. Versicherungsschutz

Auf fast jeder Mehrfachsteckdose steht der Warnhinweis: „Nicht hintereinander stecken!“ Ignorierst du diesen Hinweis und es kommt zu einem Brand, handelt es sich um grobe Fahrlässigkeit. Die Brandschutzversicherung kann in einem solchen Fall die Zahlung verweigern oder massiv kürzen.

Fazit

Wenn die Kabel nicht reichen oder zu wenig Steckplätze vorhanden sind, ist die einzige sichere Lösung:

  1. Eine längere Mehrfachsteckdose kaufen (z. B. mit 5 oder 10 Metern Kabel).
  2. Eine Leiste mit mehr Steckplätzen verwenden.
  3. Im Zweifelsfall von einem Elektriker eine weitere Wandsteckdose installieren lassen.
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