Warum dauert der Ladevorgang mit einem neuen Ladekabel plötzlich viel länger?

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Es ist frustrierend, wenn ein neues Ladekabel scheinbar schlechter funktioniert als das alte. Dass der Ladevorgang länger dauert, kann verschiedene technische Ursachen haben. Hier sind die häufigsten Gründe:

1. Zu hoher Innenwiderstand (Dünne Drähte)

Dies ist der häufigste Grund bei günstigen Kabeln. Im Inneren eines Ladekabels befinden sich Kupferleitungen.

  • Billigkabel: Um Kosten zu sparen, verwenden Hersteller oft sehr dünne Kupferdrähte (geringer Querschnitt).
  • Die Folge: Ein dünner Draht hat einen höheren elektrischen Widerstand. Es kommt zu einem Spannungsabfall, und es fließt schlichtweg weniger Strom am Handy an.

2. Fehlende Unterstützung von Schnellladestandards

Moderne Smartphones nutzen Protokolle wie Quick Charge (QC), Power Delivery (PD) oder herstellereigene Standards (z. B. OnePlus Warp Charge, Huawei SuperCharge).

  • Damit Schnellladen funktioniert, müssen das Netzteil, das Handy und das Kabel miteinander kommunizieren.
  • Ein einfaches „Datenkabel“ oder ein billiges Ladekabel verfügt oft nicht über die nötigen Datenleitungen oder den Chip (E-Marker bei USB-C), um dem Ladegerät mitzuteilen: „Ich vertrage 65 Watt“. Das System schaltet dann aus Sicherheitsgründen auf den langsamsten Standard (oft nur 5 Watt) zurück.

3. Die Länge des Kabels

Die Länge spielt eine entscheidende Rolle für die Ladegeschwindigkeit.

  • Je länger ein Kabel ist, desto höher ist der elektrische Widerstand.
  • Wenn du ein 3-Meter-Kabel gekauft hast, das nicht besonders hochwertig (dick) isoliert und verkupfert ist, kommt am Ende deutlich weniger Energie an als bei einem 1-Meter-Kabel.

4. Mangelhafte Qualität der Steckkontakte

Nicht alle Stecker sind gleich präzise gefertigt.

  • Wenn der Stecker (USB-C, Lightning oder Micro-USB) nicht perfekt in der Buchse sitzt, entstehen Übergangswiderstände.
  • Diese sorgen nicht nur für langsames Laden, sondern können durch Hitzeentwicklung sogar den Ladeanschluss deines Handys beschädigen.

5. Das Kabel ist nur ein „Ladekabel“ ohne Datenleitungen

Manche extrem billigen Kabel haben nur zwei Adern (für Strom) statt vier (für Strom und Daten). Viele moderne Smartphones verweigern das schnelle Laden, wenn sie über die Datenleitungen keinen „Handschlag“ (Handshake) mit dem Ladegerät ausführen können.

6. Verschmutzung oder Inkompatibilität

  • Verschmutzung: Prüfe, ob das neue Kabel richtig einrastet. Manchmal drückt ein neuer, etwas dickerer Stecker den Staub in der Ladebuchse fester zusammen, sodass kein richtiger Kontakt entsteht.
  • Apple-Besitzer: Bei iPhones müssen Kabel oft MFi-zertifiziert („Made for iPhone“) sein. Nicht zertifizierte Kabel werden oft gedrosselt oder funktionieren nach einem Software-Update gar nicht mehr.

Was kannst du tun?

  1. Test-App nutzen: Lade dir eine App wie „Ampere“ (Android) herunter. Sie zeigt dir an, mit wie viel Milliampere (mA) dein Handy gerade lädt. Vergleiche das neue Kabel mit dem alten oder einem Originalkabel.
  2. Anderes Netzteil probieren: Teste das Kabel an einem starken Wandstecker, nicht am USB-Anschluss des PCs (dieser liefert meist nur 500mA).
  3. Auf Kennzeichnung achten: Achte beim nächsten Kauf auf Begriffe wie „AWG24“ (bezeichnet die Dicke der Drähte, je kleiner die Zahl, desto dicker das Kupfer) oder die Unterstützung von „60W/100W Power Delivery“.

Fazit: Meistens liegt es daran, dass das neue Kabel einen zu hohen Widerstand hat oder die Kommunikation für das Schnellladen nicht unterstützt. Ein vermeintliches Schnäppchen entpuppt sich dann oft als "Schnecken-Ladekabel".

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