Warum brennt das Hals-Rachen-Spray bei manchen Personen direkt nach dem Einsprühen?
Dass ein Hals-Rachen-Spray direkt nach dem Einsprühen brennt, ist ein bekanntes Phänomen. Es gibt dafür mehrere medizinische und chemische Gründe. Meistens ist es eine Kombination aus den Inhaltsstoffen des Sprays und dem Zustand der Schleimhaut.
Hier sind die Hauptgründe:
1. Der Alkoholgehalt (Ethanol)
Viele frei verkäufliche Halssprays enthalten Alkohol als Lösungs- und Konservierungsmittel oder um die Desinfektion zu unterstützen.
- Der Effekt: Wenn die Rachenschleimhaut durch eine Entzündung bereits gereizt, gerötet oder mikroskopisch klein verletzt ist, wirkt der Alkohol wie bei einer offenen Wunde. Er reizt die freien Nervenendigungen direkt, was als stechender oder brennender Schmerz wahrgenommen wird.
2. Ätherische Öle und Aromastoffe
Inhaltsstoffe wie Menthol, Eukalyptusöl, Pfefferminzöl oder Thymol sollen für Frische sorgen und leicht desinfizieren.
- Der Effekt: Diese Stoffe aktivieren bestimmte Rezeptoren (TRP-Kanäle) auf der Schleimhaut. Während Menthol normalerweise kühlt, kann es in hoher Konzentration oder auf einer entzündeten Stelle das Hitze- und Schmerzempfinden aktivieren, was als Brennen interpretiert wird.
3. Die Entzündung der Schleimhaut selbst
Wenn man ein Halsspray benutzt, ist der Hals meistens schon entzündet (Pharyngitis).
- Der Effekt: Bei einer Entzündung ist die Schleimhaut stärker durchblutet und die Schutzbarriere ist geschwächt. Die Nerven liegen „blanker“. Ein Reiz, der auf gesunder Schleimhaut kaum spürbar wäre, löst auf einer entzündeten Fläche sofort eine Schmerzreaktion aus.
4. Spezifische Wirkstoffe
Bestimmte medizinische Wirkstoffe haben ein eigenes Reizpotenzial:
- Lokalanästhetika: Stoffe wie Lidocain oder Benzocain sollen den Schmerz betäuben. Bevor die Taubheit eintritt, können sie jedoch kurzzeitig ein kribbelndes oder brennendes Gefühl verursachen.
- Antiseptika: Wirkstoffe wie Povidon-Jod oder Chlorhexidin greifen die Zellwände von Keimen an, können aber auch die empfindlichen menschlichen Schleimhautzellen kurzzeitig reizen.
5. Allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeit
Manche Menschen reagieren empfindlich auf Konservierungsstoffe (z. B. Benzalkoniumchlorid) oder Süßstoffe in den Sprays. Ein starkes, langanhaltendes Brennen, das mit Schwellungen einhergeht, kann ein Anzeichen für eine Kontaktallergie sein.
Was kann man tun?
- Alkoholfreie Sprays: Wer empfindlich reagiert, sollte auf Präparate ohne Ethanol umsteigen (oft auf Kochsalz- oder Glycerinbasis).
- Sprühwinkel verändern: Manchmal hilft es, nicht direkt auf die empfindlichste Stelle (die Mandeln oder die Rachenhinterwand) zu zielen, sondern das Spray eher seitlich in die Wangentasche zu sprühen und dann zu schlucken.
- Alternativen: Gurgellösungen oder Halstabletten werden oft als weniger aggressiv empfunden, da die Wirkstoffe langsamer und verdünnter freigesetzt werden.
Hinweis: Ein kurzes Brennen für 5 bis 10 Sekunden ist meist normal und harmlos. Wenn das Brennen jedoch extrem stark ist, die Atmung erschwert oder der Hals zuschwillt, sollte das Produkt sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.