Warum bleibt nach der Anwendung oft ein Rest der Inhalationslösung im Gerät zurück?
Dass nach der Inhalation ein kleiner Rest der Flüssigkeit im Medikamentenbecher zurückbleibt, ist technisch bedingt und bei fast allen Inhalationsgeräten (Verneblern) völlig normal. Man nennt diesen Rest das Residualvolumen oder Totvolumen.
Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:
1. Technische Bauweise (Das Ansaugprinzip)
Die meisten Inhalatoren (besonders Düsenvernebler) arbeiten mit einem Ansaugrohr oder einer Kapillare. Damit das Gerät feinen Nebel erzeugen kann, muss das untere Ende dieses Rohrs in der Flüssigkeit stehen. Sobald der Flüssigkeitsspiegel so weit sinkt, dass das Gerät Luft statt Flüssigkeit ansaugt, bricht die Vernebelung ab. Ein kleiner Rest am Boden kann daher physikalisch nicht mehr erfasst werden.
2. Oberflächenspannung und Adhäsion
Die Inhalationslösung haftet aufgrund der Oberflächenspannung an den Innenwänden des Medikamentenbechers und an den Bauteilen (z. B. der Düse oder dem Prallkörper). Diese Tropfen fließen nicht schnell genug nach unten, um noch vernebelt zu werden.
3. Schutz des Geräts (bei Schwingmembran-Verneblern)
Bei modernen Mesh-Inhalatoren (Schwingmembran) bleibt oft ein winziger Rest zurück, um zu verhindern, dass die empfindliche Membran "trocken" schwingt, was sie beschädigen könnte.
4. Das "Sputtern" (Spratzeln)
Gegen Ende der Inhalation beginnt das Gerät oft zu stottern oder unregelmäßige Geräusche zu machen. Das ist das Zeichen, dass die verbleibende Menge zu gering ist, um einen konstanten, therapeutisch wirksamen Nebel zu erzeugen. Die Partikelgröße wäre in dieser Phase nicht mehr optimal, weshalb die Inhalation an diesem Punkt beendet werden sollte.
Ist das ein Problem für die Dosierung?
Nein, in der Regel nicht.
- Berücksichtigung durch Hersteller: Die Hersteller von Medikamenten und Inhalationsgeräten wissen um dieses Totvolumen. Die Dosierungsempfehlungen sind so berechnet, dass die therapeutisch notwendige Menge des Wirkstoffs den Körper erreicht, auch wenn ein Rest im Gerät bleibt.
- Residualvolumen: Bei den meisten Geräten liegt dieser Rest zwischen 0,5 ml und 1,0 ml.
Tipps für die Anwendung:
- Leichtes Klopfen: Manchmal hilft es, während der Inhalation oder gegen Ende leicht gegen den Medikamentenbecher zu klopfen, damit die Tropfen von den Wänden nach unten laufen.
- Gerät gerade halten: Achten Sie darauf, das Gerät so senkrecht wie möglich zu halten, damit die Ansaugvorrichtung so lange wie möglich in der Flüssigkeit eintaucht.
- Nicht erzwingen: Versuchen Sie nicht, den letzten Tropfen durch extremes Schütteln oder langes Weiterinhalieren "herauszuquetschen". Wenn kein gleichmäßiger Nebel mehr kommt, ist die Sitzung beendet.
Wichtig: Reinigen Sie das Gerät nach jeder Anwendung gründlich, damit dieser Rest nicht eintrocknet und die feinen Düsen oder Membranen verstopft.